Art Stage Singapore: Wirtschaftsförderung mit Kunst

Art Stage Singapore
Wirtschaftsförderung mit Kunst

Die Art Stage Singapore zielt mit ihrem Angebot auf die asiatischen Sammler. Zur zweiten Ausgabe der Kunstmesse ist aber auch internationales Publikum angereist. Für den Stadtstaat Singapur ist die Veranstaltung ein Teil ihres Masterplans zur Erhöhung der Lebensqualität.
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SingapurMessemacher Lorenzo Rudolf, „Who is Who“ des internationalen Kunstmarktes, schwebt wie Superman über einer bunten Menge von Künstlern, Kuratoren und Sammlern. Zwölf Meter lang ist die Malerei des Thailänders Navin Rawanchaijkul auf der Kunstmesse Art Stage Singapore, eine Hommage an Rudolf, dem es gelang, zur zweiten Ausgabe der Veranstaltung die internationale Kunstwelt für fünf Tage in den Stadtstaat Singapur zu locken. Schauplatz ist der überdimensionale Hotelkomplex „Marina Bay Sands“. Bis 15. Januar läuft die Art Stage Singapore, die in diesem Jahr mit dem Werbeslogan „We are Asia!“ antritt.

Vom Nutzen ehemaliger Militärbaracken

Anlässlich der Preview schwirren Kuratoren, Galeristen und internationale Sammler durch die geräumigen Hallen des Hotels. Man trifft Matthias Arndt, der von seiner Berliner Gruppenpräsentation südostasiatischer Künstler und deren zukünftigen Einzelausstellungen zwischen Berlin, Paris und Sydney berichtet. Man witzelt mit dem ironischen belgischen Künstler Wim Delvoye anlässlich der Party im zukünftigen Kunstzentrum „Gillman Barracks“. Delvoye findet diese ehemalige Militärbaracke gerade mal geeignet für einen kollektiven Suizid. Nach den Umbauten wird in den für die Kolonialgeschichte der Insel Singapur wichtigen Gebäuden eine Art Kunsthalle unterkommen. Betrieben werden sie von der Lifestyle-Abteilung des Wirtschaftsministeriums, gemeinsam mit 13 ausgewählten asiatischen Galeristen.

Internationale Sammler können hier die Galeriekünstler von Pearl Lam (Schanghai), Kaikai Kiki, der Galerie des japanischen Künstlers Takashi Murakami in Tokio, und von indonesischen, philippinischen oder koreanischen Galerien begutachten. Dies ist nur eine der vielen Initiativen der Regierung des Stadtstaates Singapur. Sie setzt in der Folge der wirtschaftlichen Expansion nun auf Lebensqualität und Lifestyle, also auch auf Kunst. Lorenzo Rudolfs Messe ist damit in eine wirtschaftliche Gesamtstrategie eingebunden. Damit erhöht sich die Chance, dass die Singapur-Messe tatsächlich in vier bis fünf Jahren die „beste Kunstmesse“ Asien sein wird. So hatte es Rudolf prognostiziert. Profitieren wird die seit 2006 existierende Kunstbiennale von Singapur, der durch die Messe ein breiteres Publikum zuwächst.

Der chinesische Marat

Die chinesische Galeristin und Kunstfigur Pearl Lam kündigte an, dass wir in den nächsten Jahren alle chinesisch (Mandarin) lernen müssten. Das ist die andere Variante von „We are Asia!“, aber vielleicht nicht so humorvoll wie das Fresko von Navin Rawanchajkul, das die Galerie Yavuz Fine Art (Singapur) für 400.000 Singapur-Dollar (umgerechnet etwa 300.000 US-Dollar) anbietet. Pearl Lam, die zwei Stände auf der Messe hat, zeigt im experimentellen Projekt-Bereich der Messe, dem „Project Stage“, einen am Boden liegenden Mann im dunklen Anzug. Er erinnert an den chinesischen Künstler des Jahres 2011, Ai Wei Wei. Das Werk des jungen Chinesen He Xiang Yu (Jahrgang 1986) setzt den Liegenden mit seinem Titel „The Death of Marat“ in den historischen Kontext der Französischen Revolution. Preise und Verkäufe werden bei Pearl Lams Galerie nicht bekannt gegeben. Immerhin ist zu erfahren, dass bereits zwei der in einer Dreier-Auflage existierenden Skulptur an „große Sammlungen“ verkauft wurden.

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