Artcurial-Briest-Poulain-F.Tajan
Pariser Versteigerer auf Expansionskurs

Das französische Auktionshaus Artcurial beschließt das erste Halbjahr mit einer Umsatzsteigerung von fast 15 Prozent. Dank lukrativer Segmente wie Comics und Oldtimer kann es seine Position im internationalen Wettbewerb nicht nur verbessern, sondern auch ausbauen.
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Paris105 Millionen Euro Umsatz meldet das französische Auktionshaus Artcurial-Briest-Poulain-F.Tajan in seiner Halbjahresbilanz für 2014. Allerdings hat Artcurial auch die Wohltätigkeitsauktionen mit berücksichtigt, um den zweiten Platz im Pariser Ranking einzunehmen. Den hielt bislang Christie's seit 2001. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum, für den Artcurial Einnahmen in Höhe von 91,6 Millionen Euro bekannt gegeben hatte, konnte das Haus seinen Umsatz um 14,6 Prozent steigern.

Übrigens gelang es Artcurial im Jahr 2013 im internationalen Ranking vom 18. auf den 14. Platz vorzurücken. Das am Rond Point des Champs Elysées gelegene luxuriöse Versteigerungshaus mit angeschlossener Kunstbuchhandlung gehört zum Teil der Industriellenfamilie Dassault. Weitere Aktionäre sind die Erben der monegassischen Bauunternehmerfamilie Pastor, die trotz des Todes von Michel Pastor Anfang dieses Jahres und der Ermordung seiner 77-jährigen Schwester vor einem Monat ihren Einsatz aufrecht erhalten. Die Auktionatoren Francis Briest, Hervé Poulain und François Tajan verfügen über weitere Anteile.

Artcurial fährt einen expansiven nationalen und internationalen Kurs. Am 25. September 2014 will das Auktionshaus in Wien eine Filiale eröffnen, die von der 42-jährigen Wienerin Caroline Messensee geleitet werden soll. Zu den Filialen in Brüssel und Mailand könnte noch ein Büro im Rheinland, eventuell auch in München kommen, wie der für den europäischen Ausbau verantwortliche Direktor Martin Guesnet dem Handelsblatt anvertraute.

Gute Geschäfte mit Oldtimern

Bisher ist Artcurial weltweit führend auf dem Sektor der Comics. Erst am 24. Mai 2014 sorgte der sensationelle Weltrekordpreis von 2,7 Millionen Euro für das Vorsatzblatt von „Tim und Struppi“ von Hergé für den höchsten Zuschlag des ersten Halbjahres. Das umsatzstärkste Segment ist jedoch das Geschäft mit den Oldtimern. 29 Millionen Euro Einnahmen verbuchte das Team von Artcurial Motorcars um Hervé Poulain. Für einen Bentley 8 Coupé Sportsman Gurney Nutting flossen 2,2 Millionen Euro. 70 Prozent der Kunden kommen im Übrigen aus dem Ausland, wobei der Anteil der Asiaten in den letzten drei Jahren rasant zugenommen hat.

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