Arte Fiera: Bolognas Kunstmesse schrumpft weiter

Arte Fiera
Bolognas Kunstmesse schrumpft weiter

Italiens Messe für moderne und zeitgenössische Kunst Arte Fiera hat eine neue Führungsspitze. Damit versucht sie, verlorenen Boden wieder gutzumachen. An Ideen mangelt es nicht, wohl aber an Ausstellern, vor allem aus dem Ausland.
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RomVor wenigen Jahren noch pochte Bolognas Arte Fiera mit dem Namenszusatz „Art First“ noch auf ihren Führungsanspruch unter den italienischen Kunstmessen. Doch seit geraumer Zeit steckt die älteste Messe Italiens, die auch gern als internationale Messe wahrgenommen werden wollte, in der Krise. (25. bis 28. Januar) Im vergangenen Jahr schrumpfte sie von 200 auf  150 Aussteller zusammen. Vor allem ausländische Galeristen blieben Bologna fern, da der Verkauf mehr schlecht als recht lief.

Wurde für den Niedergang zunächst die angespannte Wirtschaftslage verantwortlich gemacht, mehrten sich zusehends Stimmen, die auch die Messeleitung zur Rechenschaft zogen. Sie habe mit Provinzialismus und Vetternwirtschaft die einst renommierte Messe zu einem Heimspiel gemacht. Im April 2012 zog Messeleiterin Silvia Evangelisti die Konsequenzen und legte nach neun Jahren ihr Amt nieder. Bleibt abzuwarten, ob es ihren Nachfolgern, Claudio Spadoni und Giorgio Verzotti, im Duo gelingen wird, die Arte Fiera wieder zu altem Glanz zurückzuführen. Der Slogan „made in Italy“, mit dem die beiden in Italien angesehenen, im Ausland weniger bekannten Ausstellungsmacher und Kunstkritiker, ihren Einstand geben, mutet doch etwas befremdlich an, gerade im Bezug auf die internationale Ausrichtung der Messe.

Konkrete Kunst im Fokus

Gerne wird in Italien die Rückbesinnung auf Tradition, auf Altbewährtes als Mittel gegen die Krise heraufbeschworen. Ein besonderes Augenmerk soll in Bologna auf vom Rationalismus inspirierte Strömungen gerichtet werden, angefangen vom Konkretismus Ende der 1950er-Jahre über die kinetische Kunst bis zur Konzeptkunst der 1960er-Jahre. Ganz neu ist die Idee der Wiederbelebung der Vergangenheit nicht; schon vor drei Jahren hatte die Turiner Messe Artissima in ihrer Sektion „Back to The Future“ damit begonnen und zugleich Einzelausstellungen immer mehr Gewicht eingeräumt.

In Bologna werden vorrausichtlich 15 Aussteller ihr Glück mit dem Rezept „ein Galerist ein Künstler“ versuchen. Das Aufgebot reicht von Renato Guttuso (Galerie de´ Bonis, Reggio Emilia)) über Arnulf Rainer (Eidos Immagini Contemporanee, Asti)), Giuseppe Uncini (Marchese, Prato ) bis zu Kaarina Kaikkonen (Z2O Galleria Sara Zanin, Rom). Dazu passt das Ausstellungsprojekt „Storie d´Italia“ (Geschichten aus Italien), das die beiden Kunstkritikerinnen Laura Cherubini und Lea Mattarella aus dem Galerienangebot zusammenstellen.

Ausländische Teilnehmer im Rückzug

Ob diese neuen Ansätze der Messe wirklich aus ihrer Flaute heraushelfen, scheint man vielerorts mit Skepsis zu betrachten. Mit rund 140 Ausstellern ist die Teilnahme nicht eben rege, die ausländische Delegation ist weiter geschrumpft, sie liegt bei 17 Galerien. Aus Deutschland reisen immerhin sechs Galeristen an. Doch lässt ihre Zusammensetzung erkennen, dass die Teilnahme eher von alter Treue zu Bologna denn von wahrer Hoffnung in die Wiedergeburt der Messe herrührt. Die Düsseldorfer Galerien Voss und Beck & Eggeling, Robert Drees aus Hannover, die Stuttgarter Galerie Hollenbach, Dorothea van der Koelen (Mainz/Venedig) und Mario Mazzoli aus Berlin sind jedenfalls wieder mit von der Partie.

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