Arte Fiera: Reformresistenz mit Folgen

Arte Fiera
Reformresistenz mit Folgen

Italiens kriselnder Kunstmarkt verlangt kämpferische Strategien und neue Konzepte. Bei der Kunstmesse Arte Fiera, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert, bleibt jedoch alles beim Alten. Immer weniger internationale Aussteller zieht es nach Bologna.

BolognaDie „alte Dame“, wie die Kunstmesse „Arte Fiera“ in Bologna genannt wird, will ihr 40-jähriges Jubiläum festlich begehen. Ein reichhaltiges Kulturprogramm flankiert das Verkaufsevent, das vom 29. Januar bis 1. Februar 2016 über die Bühne geht. Für Seriosität und Traditionsbewusstsein steht die Arte Fiera. Doch im beinharten Konkurrenzkampf der Messen genügen diese Eigenschaften nicht. Schon gar nicht, wenn der italienische Kunstmarkt sich ohnehin nur leidlich von der Wirtschaftskrise erholt, die seit 2009 die Verkaufszahlen drastisch gesenkt hat. Zeichen dieser Entwicklung sind die abgewanderten internationalen Auktionshäuser und ein langsames Galeriensterben. Belastbare Zahlen fehlen. Transparenz ist schon allein aus finanztaktischen Gründen nicht die Stärke des italienischen (Kunst)Markts.

Es bedarf demnach besonderer Reize und Verheißungen, um Galeristen und Sammler nach Bologna zu locken. Dort ist zwar die Küche ganz vorzüglich wie der ein oder andere ausländische Händler einzuräumen bereit ist. Doch die internationalen Aussteller werden von Jahr zu Jahr weniger. Nur noch ein Dutzend sind in diesem Jahr noch unter den 190 Teilnehmern zu finden.

Italiener kaufen auswärts

Die Zeiten, als Galeristen wie Karsten Greve, Hans Mayer und Matthias Arndt mit von der Partie waren, sind längst vorbei. Der Aufwand lohnt sich offenkundig nicht mehr. Doch kann dafür nicht allein die schwächelnde Wirtschaft Italiens verantwortlich gemacht werden. Die Italiener haben in den Krisenjahren 2009 bis 2014 sicher weniger Geld für Kunst ausgegeben, sind aber zugleich zu neuen Ufern aufgebrochen. Sie haben eifrig Messen und Auktionen außerhalb des Landes frequentiert.

Ein „Concetto spaziale“ von Lucio Fontana oder ein Stillleben von Giorgio Morandi in London zu kaufen, hat den Vorteil, das erstandene Werk im Heimatland als vorübergehend eingeführt erklären zu können. Durch die temporäre Einfuhr ist es außer Reichweite der italienischen Rechtsprechung, die zum Schutz des nationalen Kulturguts auf Werke über 50 Jahre von einem besonderen nationalen Interesse das Ausfuhrverbot verhängt. Allerdings könnte sich der Umweg über den Londoner Markt bald als unnütz herausstellen, sollten alle EU Länder die EU-Richtlinien zum Kulturschutz umsetzen. Sie sehen Ausfuhrgenehmigungen auch beim Verkauf von Kunstwerken innerhalb der EU vor.

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