Artissima
Kunst in Bewegung

Performancekunst beschränkt sich nicht immer nur auf die reine Aufführung. Oft sind Fotografie, Video- und Computerkunst mitbeteiligt am Ergebnis. Manchmal auch die Malerei. Das macht sie interessant auch für Galerien wie auf der "Artissima" in Turin zu sehen ist. Die gerade eröffnete Messe für zeitgenössische Kunst kreist in diesem Jahr um Raum und Bewegung im Bild.  
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TurinAlfons Schilling beschäftigte sich schon in den 1960er-Jahren mit den Darstellungsmöglichkeiten von Raum und Bewegung im Bild. In seinen Werken vereint der Schweizer Künstler zwei Hauptthemen der diesjährigen "Artissima": Wahrnehmung und Aktion. Sein Gemälde „Spinpainting, Untitled,“ Paris 1962, verkörpert die Idee des Bewegungsbildes: Schilling schleuderte Farbe auf eine rotierende, kreisförmige Bildfläche von einem Durchmesse von 232 cm. Das Werk, das 200.000 Euro kostet, hängt am Stand des Wiener Galeristen Charim.

Zu finden ist die Koje mit den Werken Schillings in der Sektion „ Back to the Future“. Sie lenkt das Augenmerk auf in Vergessenheit geratene Künstler der 1960er- bis 1980er-Jahre und erfreut sich in Turin großer Beliebtheit. Den Berliner Galeristen Aurel Scheibler hat sie dazu bewegt, erstmals an der Artissima teilzunehmen.

Scheibler zeigt in Turin Zeichnungen und Raumplastiken des Düsseldorfer Künstlers Norbert Kricke. Die Plastiken - feine, den Raum dynamisch durchfahrende, metallische Linien - wirken immateriell. Sie suggerieren Schwerelosigkeit und Bewegung zugleich. Der Preis für die Skulpturen liegt zwischen 60.000 und 120.000 Euro, die Zeichnungen kosten zwischen 11.500 und 13.500 Euro.

Bildbetrachtung im Zeitalter der Vernetzung

Bewegung spielt selbstredend die Hauptrolle in Sektion, in der auf der Messe erstmals auch Performance-Kunst präsentiert wird. 16 Galerien schickten ihre Künstler für Aufführungen entweder auf die eigens dafür im Lingotto-Oval aufgebaute kleine Bühne oder in die Gänge zwischen den Kojen. Die Berliner Galerie Neumeister Bar-Am, die als Messeneuling im Bereich der „New entries“ angesiedelt ist, lässt das Duo Kate Steciw & Rachel de Joode mit „Open for Business“ auftreten. Es ist ein Schaukasten-Atelier, in dem die Künstlerinnen sich mit der Wahrnehmung des Bildes im vernetzten Zeitalter befassen. Das zeitlich und räumlich veränderliche Wesen der Bilder ist ihr Thema. Im Stand des Galeristen stehen einzelne Werke der Künstlerinnen zum Verkauf, unter anderem die Skulptur von de Joode „Sculpted Human Skin in Rock I“, in der die Fotografie zur Plastik wird. Das digitale Bild ist auf AluDibond auf Marmor aufgezogen und steht im Raum. Der Preis beträgt 8.500 Euro.

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