Artissima
Testlauf mit Performance

Turins "Artissima" ist Italiens wichtigste Messe für die Gegenwartskunst. Jetzt folgt sie dem Vorbild der Messen in Basel und London und bietet erstmals der Aktions- und Performancekunst eine Bühne.
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TurinSarah Cosulich Canarutto (Jahrgang 1974) leitet die "Artissima", Italiens bedeutendste Messe für zeitgenössische Kunst, nun zum dritten Mal. Im vergangenen Jahr hat sie nach ihrem allseits gelobten Einstand von 2012 auf bahnbrechende Umwälzungen verzichtet. Für die 21. Ausgabe vom 7. bis 9.November 2014 macht sie diese Zurückhaltung wett. Erstmals finden im Lingotto, der Turiner Arena, auch Kunstaktionen statt. Zu den fünf klassischen Sektionen gesellt sich die "Per4M", in der Künstler auftreten oder ihre Werke in räumlichen und zeitlichen Dimensionen inszenieren.

Performance mit Fotografie

16 Galerien wurden auserkoren, die Per4M –Bühne zu bespielen. Zusammengestellt wurde das Ensemble der Per4M aus dem Repertoire der Galerien, die ohnehin an der Messe teilnehmen. Es handelt sich somit um eine Art Zugabe.

Die Berliner Galerie Neumeister Bar-Am, die als Messeneuling im Bereich der „New entries“ angesiedelt ist, schickt das Duo Kate Steciw & Rachel de Joode auf die Bühne. „Open for Business“ ist eine Gratwanderung zwischen Installation und Performance, bevorzugtes Medium ist die Fotografie. Die beiden Künstlerinnen befassen sich darin mit Fragen nach Eigentum und Urheberrecht, mit dem zeitlich und räumlich veränderlichen Wesen des Bildes in Zeiten vernetzter Kultur.

Dekor mit Birken

Der neue Bereich der performativen Kunst verstärkt die Fraktion der Soloschauen der Messe, die in den letzten Jahren immer mehr gewachsen ist. Ursache dafür sind vor allem die Sektionen „Back to the future“ und „Present Future“, die den in Vergessenheit geratenen Klassikern der 1960er- bis 1980er-Jahre und viel versprechenden Nachwuchskünstlern gewidmet sind.

Von den insgesamt 196 Ausstellern der diesjährigen Turiner Auflage verteilen sich 47 auf diese beiden Bereiche. Aurel Scheibler (Berlin) wird in der „Back to the future“-Abteilung Raumplastiken des Düsseldorfer Bildhauers Nobert Kricke zeigen. Barbara Thumm (Berlin) bringt Anna Oppermanns Installation „Ensemble mit Dekor – Dekor mit Birken, Birnen und Rahmen, 1980-1992, Filiation“ nach Turin. Ein stilllebenartiges Arrangement, das verschiedene Darstellungsmedien, Fotografien, Zeichnungen, Zeitungsausschnitte und Schriftstücke miteinander verbindet. In ihrer Überlagerung bilden die Fragmente eine neue Ordnung, ein neues Ensemble.

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Testlauf mit Performance

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Maurizio Cattelan fungiert als Kurator

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