Art's 'n Drafts
Selbstlose Sammlerin

Die Sammlerin und Gesellschafterin der Bierbrauerei Krombacher, Barbara Lambrecht, lässt ihre private Kunstsammlung versteigern. Mit dem Erlös möchte sie den Fortbestand des Museums für Gegenwartskunst in Siegen garantieren.
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DüsseldorfEs gibt viele eitle Machtmenschen unter den Sammlern, die ein Museum betreiben. Es gibt aber auch Kunstfreunde, die diskret im Hintergrund agieren und fürsorglich den Fortbestand ihrer Leidenschaft garantieren. Zu diesem Typus zählen u.a. Karin und Uwe Hollweg in Bremen, Frieder Burda in Baden-Baden und Barbara Lambrecht in Siegen.

Barbara Lambrecht stammt aus der Familie Schadeberg, der u.a. die immer noch im Wachstum begriffene Bierbrauerei Krombacher gehört. Einer von Lambrechts Schützlingen ist das Museum für Gegenwartskunst in Siegen. Das ist bekannt für die Pflege von Malerei, Video und Fotografie sowie für den Ankauf von Werken der Rubenspreisträger. Die Auszeichnung ermöglicht Barbara Lambrecht. Zuletzt wurden Maria Lassnig (2002), Sigmar Polke (2007) und Bridget Riley (2012) mit dem Rubenspreis für ihr Lebenswerk geehrt. 2017 geht die Auszeichnung an den Schweizer Niele Toroni. Weniger das Preisgeld, als die damit verbundene Ausstellung in der Geburtsstadt von Peter Paul Rubens und der Ankauf sind wichtig.

Sperrige Kunst wird gefördert

Für ihr vielfältiges kulturelles Engagement verlieh Bundespräsident Joachim Gauck Frau Lambrecht 2016 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland 1. Klasse. Zurecht, denn hier agiert eine Freundin der Künste (auch der Musik) als Mäzenin, nicht als Selbstdarstellerin.

Barbara Lambrecht fördert in dem Museum in Siegen, das noch nicht mal ihren Namen trägt, oftmals sperrige zeitgenössische Kunst. Für ihre Privatsammlung aber hat sie Gemälde des Impressionismus und des Fauvismus ausgesucht. Ganz so, wie es viele wohlhabende Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland und der Schweiz bis in die 1970er- und 1980er-Jahre taten.

Jetzt trennt sich die 82-Jährige von ihren wertvollsten Bildern und Papierarbeiten. 43 Werke versteigert das Auktionshaus Christie's am 28. Februar und 1. März in London, aufgeteilt auf vier verschiedene Auktionen. Der Gesamtschätzpreis der Privatsammlung liegt zwischen 11 und 15 Millionen Pfund. Von 7.000 Pfund bis 3 Millionen Pfund reicht die Spanne der Einzeltaxen.

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