Museum Barberini
Welche Bilder gehören Hasso Plattner?

Hasso Plattner hat in Potsdam sein prachtvolles Museum Barberini eröffnet. Dabei gibt der im großen Stil erwerbende Privatsammler nicht zu erkennen, welche Bilder ihm gehören und welche Leihgaben anderen Privatsammlern zu Eigen sind. Eine Indiziensammlung.
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DüsseldorfHasso Plattner (73) hat der vom Wasser umspülten Kleinstadt Potsdam nicht nur ein Museum gestiftet. Mit einem unveröffentlichten mindestens zweistelligen Millionenbetrag hat der SAP-Mitgründer auch nostalgische Stadtreparatur betrieben.

Zwischen Nicolaikirche, Altem Rathaus, wieder errichtetem Stadtschloss (für den Landtag) steht jetzt ein so eleganter wie lichter Galeriebau nach römischem Vorbild - eine Replik des friderizianischen Palais Barberini, die Thomas Albrecht (Hilmer Sattler& Albrecht) außen messbildgenau, innen technisch hochmodern wieder erstehen ließ: das Museum Baberini. 17 Säle sind so für die Kunst und das Publikum entstanden. Die Deckenhöhe misst mindestens 5,50 Meter. In dieser 1-A-Lage ein Fest für die Augen. Trägerin der gemeinnützigen Museum Barberinig Gmbh ist die Hasso Plattner Stiftung.

Seit der Eröffnung vergangenes Wochenende rätseln indes die Kunstfreunde, welche der 170 Exponate zur Privatsammlung des Mäzens gehören. An Stelle eines erwartbaren Sammlungskataloges gibt es nur ein so dickes wie allgemeines Buch über den „Impressionismus. Die Kunst der Landschaft“. Es ist der Spiegel eines wissenschaftlichen Symposiums, das Direktorin Ortrud Westheider im Vorfeld abhielt (29,90 im Museumsshop). Statt vermeintlicher Selbstbespiegelung setzen Plattner und Westheider lieber auf Themenausstellungen, die von persönlichen Vorlieben ausgehen. Dazu leihen sie passende Werke namhafter Museen und Privatsammlungen aus aller Welt aus.

In der zentralen der drei Eröffnungsausstellungen zur Landschaftsauffassung der Impressionisten sind 51 Werke versammelt u.a. von Pierre-Auguste Renoir, Alfred Sisley und Camille Pissarro, dazu allein 41 Werke von Monet. Ihm, dem Großmeister der freien Farb-und Lichtgestaltung, gilt die große Leidenschaft des Sammlers. „Impressionismus ist nichts als direkte Erfahrung,“ erklärte Claude Monet 1926. Mehrere Dutzend Gemälde nur von Claude Monet hat Hasso Plattner bisher erworben, das ist bekannt. Aber welche das genau sind, dazu schweigen sich Begleitbuch und Schildchen im Parcours aus.

Finanzielle Kraftakte

Wer durch das Museum Barberini und seine drei Etagen schlendert, trifft auf erstaunlich viele marktbekannte Gemälde mit „Wallpower“. Nicht nur bei den Impressionisten, auch in der Schau „Kampf um die Moderne“, die den Vorreiter Edvard Munch mit einem eigenen Saal feiert. Zu den Bildern, die sich durch Komposition und Farbklang fest ins Gedächtnis brennen, gehören u.a. Edvard Munchs „Mädchen auf der Brücke“ und Gustave Caillebottes „Die Brücke von Argenteuil und die Seine“. Die nur um sich kreisende Gruppe der Mädchen wurde erst am 14.November 2016 bei Sotheby’s mit einem extrem hohen Verkaufspreis von 54,5 Millionen Dollar zum zweitteuersten Munch nach dem „Schrei“, der 2012 für 119,9 Millionen Dollar versteigert wurde.

Und Caillebottes kühner Anschnitt einer Eisenbahnbrücke und ihre Spiegelung im Flusswasser war am 2. November 2011 bei Sotheby’s in New York ebenfalls nur mit der Kraftanstrengung eines solventen Bieters gegen deutliche Konkurrenz (weit über der unteren Taxe von 9 Millionen) für 18 Millionen Dollar zu haben.

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