Asia Week in New York
Verschlanktes Angebot spielt mageres Ergebnis ein

Die Krise in China trifft auch den Kunstmarkt: Bei den New Yorker Asiatika-Auktionen achten die asiatischen Händler und Sammler zunehmend aufs Geld. Das sorgt für maue Erlöse.

New YorkZu Recht hat Chinas abgekühlte Konjunktur einige Marktteilnehmer vor den New Yorker Auktionen (14. bis 19. September) nervös gemacht. Nach einer Woche und 16 Auktionen bei Sotheby’s, Christie’s und Bonhams hatte ein verschlanktes, auf chinesischen Geschmack abgestimmtes Angebot das magerste Ergebnis seit langem eingespielt. Zwar fanden sich asiatische Händler und Sammler wieder zu Hunderten in den Auktionssälen ein, aber sie achteten auf der Suche nach guter Qualität und wichtigen Provenienzen doch aufs Geld. Hier und da gab es jedoch auch gute Preise. „Die Leute suchen nach Alternativanlagen“, wusste Nick Wilson, Christie’s New Yorker Abteilungschef Chinese Ceramics and Works of Art. Bei Christie’s, wo 883 Zuschläge insgesamt 54,89 Millionen Dollar einbrachten, reüssierten vor allem konservativ taxierte amerikanische Privatsammlungen.

Nach Absatzwerten am besten lief es für die erste Tranche der bekannten Snuff-Bottle-Sammlung des im vergangenen Jahr verstorbenen Bostoner Unternehmers Carl Barron. Nur drei der 154 angebotenen Fläschchen blieben unverkauft, dem Nachlass wurden 1,25 Millionen Dollar gutgeschrieben. Immer noch zehrt Christie’s von der sensationellen Nachlassauktion des legendären New Yorker Händlers Robert Hatfield Ellsworth im vergangenen Frühjahr. Da hatten seine über 1.100 Lose allein 134 Millionen Dollar eingespielt. Vor allem um Möbel der Ming-Dynastie, Ellsworths Spezialgebiet, gab es langgezogene Schaukämpfe.

Die brachten Christie’s in dieser Saison ein gutes Angebot klassischer Möbel ein. So kamen etwa drei Lose aus dem Besitz des in Padua lebenden Architekten und angesehenen Sammlers Dr. Ignazio Vok. Sein seltenes Quartett eleganter „Jochrücken“-Armlehnstühle aus Huanghuali-Holz mit hohen Lehnen (spätes 16. / frühes 17. Jahrhundert) war im Laufe ihrer langen Geschichte in zwei Paare getrennt worden, Vok konnte sie jedoch im Jahr 2000 über den Londoner Händler Eskenazi wieder vereinen. Seit den 1970ern kaufte der heute 77-jährige Vok umfangreich und auf höchstem Qualitätsniveau. Nun lässt er seine Schätze in alle Winde zerstreuen. Seine ebenso berühmte Textilsammlung wird übrigens in mehreren Tranchen über Rippon Boswell & Co. in Wiesbaden versteigert.

Rege Konkurrenz in New York hievte die Stühle auf 4,2 (1,8 bis 2,5) Millionen Dollar hoch. Begehrt war auch Voks über zwei Meter langer zerlegbarer Tisch aus Huanghuali-Holz mit ungewöhnlich massiver Platte aus knotigem Wurzelholz (17. Jahrhundert). Felix Pei, Christie’s Vertreter in Peking, griff da für seinen Kunden bei 2,4 Millionen Dollar zu, die leicht die obere Erwartung von 600.000 Dollar hinter sich ließen.

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Stars fehlten in dieser Saison

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Besonders begehrt: tibetische Thangkas

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