Asia Week
Indien wieder mehr im Fokus

Sotheby’s kann in New York die Sammlung der indischen Galeristin Amrita Jhaveri versteigern. Erzkonkurrent Christie’s punktet mit Privatsammlungen aus erlesenen Snuffbottles, Ming-Möbel aus dem langsam wachsenden Huanghuali-Holz und Malerei aus Tibet.
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New YorkWieder stehen chinesische Antiquitäten bei der Asia Week (19.-22. 3.) nach Zahlen im Vordergrund. Sie sollen Sotheby’s und Christie’s mindestens 43 Millionen Dollar einspielen. Eine erste Abendauktion für indische moderne und zeitgenössische Kunst belegt jedoch, dass  sich Sotheby’s Engagement, nach dem gebremsten Wachstum Chinas, nun dem Subkontinent zuwendet. Gerade warb das Haus dem Konkurrenten Christie‘s auch Jamini Mehta als International Head für indische und südostasiatische Antiken und Moderne ab. „Es ist eine spannende Zeit für diesen Markt, sein Profil steht derzeit auf einem Rekordhoch und indische Künstler finden zunehmend Anerkennung auf der Weltbühne“, sagt sie.

Einlieferer der „Amaya Collection“ (Erwartung 4,8 bis 7 Millionen Dollar) am Abend des 19. März ist die Galeristin Amrita Jhaveri aus Mumbai. Ihre 43 Lose bieten einige begehrte Werke der Moderne, wie etwa Tyeb Mehtas „Untitled“ genannter Akt (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar), aber auch viel Zeitgenössisches von den 1970er-Jahren bis in die Gegenwart. Der Katalog erwähnt nicht, dass Jhaveri in den 1990ern Spezialistin bei Christie’s London war, wo sie ihren jetzigen Mann, den damaligen CEO Christopher Davidge, kennenlernte.

Sotheby’s umfangreiches altchinesisches Angebot wird von einem kaiserliche Siegel aus grau-grün gefleckter Jade mit Knauf in Form eines Doppeldrachens dominiert. Die Inschrift feiert den 70. Geburtstag von Kaiser Qianlong im Jahr 1780 (1 bis 1,5 Millionen Dollar). Auch Christie’s setzt auf Jade. Hier trennt sich das Lizzadro-Museum of Lapidary Art in Elmhurst, Illinois, am 21. von 110 Depotbeständen, die zwei Millionen Dollar einbringen könnten. Das weiße, fast 40 Zentimeter lange Szepter der Qianlong- oder Jiaqing-Periode (1736-1820) allein ist auf 400.000 bis 600.000 Dollar taxiert.

Bedeutende Privatsammlungen

Christie’s konnte weitere bekannte Privatsammlungen gewinnen: Eine amerikanische Familie steuert 13 rare Ming-Möbel aus Huanghuali-Holz bei und 117 Snuff Bottles kommen aus dem Besitz von Hildgard Schonfeld.  Die Baseler Sammler Heidi und Helmut Neumann veräussern am 19.  acht frühe tibetische Gemälde des 12.  bis 14.  Jahrhunderts, die sie Anfang der 1990er Jahre kauften und die nun von Chinesen hochbezahlt werden. Frühestes Stück ist ein Thangka aus dem 12. Jahrhundert mit dem hoch verehrten Amitabha, Buddha des Unermesslichen Lichtglanzes, auf grünem Kissen, umringt von 102 Buddhas (600.000 bis 800.000 Dollar). Über fünf Tage möchten Sotheby’s und Christie’s über 100 Millionen Dollar einnehmen.

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