Asiatika
Angst vor Flaute animiert Einlieferer

Nagels Asiatika-Angebot ist in dieser Saison wieder das stärkste im deutschsprachigen Raum. Die unteren Schätzpreise summieren sich auf 8 Millionen Euro. Millionenobjekte fehlen. Ein buddhistisches Löwenpaar und die Tuschezeichnung eines galoppierenden Pferdes sollen jedoch mindestens die 100.000-Euro-Marke überspringen.
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StuttgartChinas Sammler haben Anfang Juni 2015 allen Grund nach Deutschland zu kommen. Lempertz in Köln versteigert eine außergewöhnliche Sammlung moderner chinesischer Tuschemalerei. Und auch Nagel in Stuttgart fährt am 5. und 6. Juni 2015 in seiner Auktion „Asiatische Kunst“ eine Suite der prominentesten Vertreter dieser Gattung auf.

Xu Beihongs „Galoppierendes Pferd“  von 1945 ist in China etwa das, was Andy Warhols „Marilyn“ in der westlichen Welt ist. Häufig und doch heiß begehrt. Ein Exemplar von Xu mit diesem Motiv hat auf dem Auktionsmarkt bereits die Millionengrenze überschritten. Nagel bleibt bescheiden und erwartet für die dynamische Komposition mindestens 80.000 Euro. Aus derselben alten norddeutschen Sammlung stammt zudem eine fast abstrakte, 1967 entstandene „Sonnenblume“ von Zhao Shao´Ang zur Taxe von 50.000 Euro sowie eine Handvoll reizvoller Blätter des hoch verehrten Qi Baishi. Die Einstiegshürde liegt jeweils bei 60.000 Euro.

Perfekt proportionierter Pinselbecher

Bestens ergänzt wird dieses Angebot durch mehrere zart getuschte Landschaften von Pu Ru aus einer Stuttgarter Sammlung. Die Schätzungen dafür liegen bei 10.000 respektive 15.000 Euro.

Nagels Asiatika-Angebot mit etwa 2.000 Losen ist auch diesmal wieder das stärkste im gesamten deutschsprachigen Raum. Zu den Porzellan-Spitzenstücken zählt ein perfekt proportionierter, kaiserlicher Pinselbecher mit zart-blauer Glasur. Das Stück purer Ästhetik aus der Kangxi-Periode (1662-1722) ist auf 80.000 Euro taxiert. Großes Interesse erwartet Nagel auch für ein exquisites Schälchen, dessen Päonien-Motiv an der Innenseite weiterläuft. Das Gefäß aus dem 18. Jahrhundert in der sogenannten Guozhi-Dekortechnik erfordert eine Investition von 30.000 Euro.

Feuervergoldeter Elefant

Mit besten Referenzen sind zwei Cloisonné-Teller ausgestattet. Bei 30.000 Euro startet ein Blütendekor-Teller mit der Marke des Kaisers Xuande aus dem frühen 15. Jahrhundert. Bei 50.000 Euro liegt die Taxe für eine ähnliche, genauso gemarkte Platte mit einem Vergleichsstück im Palast-Museum in Peking. Vergleichbar einem royalistischen Schatzkammer-Objekt entstand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein großer feuervergoldeter Elefant mit Cloisonné-Dekor. Mit dem Prachtstück aus Privatbesitz hofft Nagel, die 100.000-Euro-Marke zu überschreiten.

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