Asiatika
Aus der Sammlung des Dr. Kuo

Deutsche Auktionshäuser sind gut gerüstet für kauffreudige Chinesen. Mehr als 4.000 Lose asiatischer Kunst kommen in der ersten Juniwoche bei Van Ham, Lempertz und Nagel unter den Hammer. Den Auftakt macht Lempertz am 3. Juni 2015. Das Kölner Haus brilliert mit einer exquisiten Sammlung moderner Tuschemalerei. Van Ham lockt ein paar Tage später mit einem Bronze-Buddha aus der Ming-Zeit.
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KölnKlangvollere Namen als Fu Baoshi, Qi Baishi oder Xu Beihong gibt es im Olymp der modernen chinesischen Tuschemalerei kaum. Drei Dutzend Arbeiten von ihnen und anderen, nicht weniger prominenten Malern versteigert das Kölner Auktionshaus Lempertz am 3. Juni 2015 im Rahmen seiner Asiatika-Auktion. Eine hochkarätigere Sammlung dieser Art ist in Deutschland in den letzten Jahren nicht auf den Auktionsmarkt gelangt. Nicht umsonst erschien ein Sonderkatalog.

Hauptlos ist Fu Baoshis „Neun Alte von Xiangshan“. Die untere Schätzung der kontemplativen Park-Szenerie liegt bei 100.000 Euro. Für seine ausdrucksstarken Blumendarstellungen wird Wu Changshuo geschätzt. Umgerechnet 300.000 US-Dollar erzielte 2010 ein Blatt des 1927 verstorbenen Wus bei Christie´s in Hongkong. Die „Chrysanthemen“ bei Lempertz sollen 50.000 bis 70.000 Euro einspielen.

Ingenieur in China

Allein acht Blätter sind von der Hand Qi Baishis. Zhang Daqian ist mit einer sehr still komponierten „Fahrt zur roten Wand“ zur Taxe von 40.000 bis 60.000 Euro vertreten. Und von Xu Beihong, dessen „Galoppierendes Pferd“ den Künstlerrekord von 1,3 Millionen Dollar anführt, gelangt eine „Bambusrute“ für 40.000 Euro zum Aufruf.

Der unlängst verstorbene Berliner Unternehmer, der in den späten 1980er-Jahren die Sammlung zusammentrug, hatte nicht nur ein gutes Auge. Zwei Drittel davon erwarb er aus der Sammlung Guo Rupings. Der in den 1950er-Jahren in China tätige Ingenieur war später als Galerie „Dr. Kuo Asiatika“ in der Berliner Keithstraße eine Institution.

Porzellan aus der Sammlung Wollheim

Für marktfrische Ware sorgten auch viele Porzellane und Keramik aus der Sammlung Senta Wollheim. Aus der bereits 1976 abgeschlossenen Kollektion kommen unter anderem zum Aufruf ein maisgelber Teller von 1510/20 zur unteren Taxe von 25.000 Euro sowie ein sogenannter Fahua- Schultertopf aus der Ming-Zeit. Die an die Closoinné-Technik erinnernde Keramik ist nicht unter 12.000 Euro zu haben.

Bei den Jade-Arbeiten fällt ein Tischstellschirm zur Taxe von 50.000 Euro auf. Er zeigt eine Felslandschaft mit dem Gelehrten Fu Qin. Starlos der gesamten Asiatika-Auktion aber ist eine Zeichnung von Tan Swie Hian, einem der höchst dotierten Maler Südostasiens. Schätzwert des Porträts des Zen-Meisters Xu Yun: mindestens 300.000 Euro.

Lempertz ruft knapp 1.500 Lose auf inklusive der dritten Tranche der Kolodotschko-Sammlung. Die Versteigerung der 264 Netsukes erfolgt am 5. Juni.

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Sanfter Buddha

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