Asiatika
Höchstzuschlag für einen büffelköpfigen Gott

Chinas Sammler haben bei Nagel, Van Ham und Lempertz Anfang Juni den Takt vorgegeben. Die Umsätze aller drei Auktionshäuser mit asiatischer Kunst summieren sich auf fast 14 Millionen Euro. Buddhistische Kunst steht nach wie vor hoch im Kurs.
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Stuttgart, KölnAuf das Geschäft mit chinesischen Sammlern wollen deutsche Auktionshäuser garantiert nicht verzichten. Das Auktionshaus Nagel hatte für seine Asiatika-Offerte am 5. und 6. Juni 2015 mindestens 6 Millionen Euro erwartet. Eingespielt hat der Stuttgarter Versteigerer letztlich 9,3 Millionen Euro inklusive 33 Prozent Aufgeld. Für ein deutsches Auktionshaus eine beachtliche Summe, auch wenn die Umsätze früher schon einmal im zweistelligen Millionenbereich lagen.

Preis für Räuchergefäß verhundertfacht

Dass buddhistische Bronzen nach wie vor hoch im Kurs stehen, verdeutlicht der Erlös von knapp 700.000 Euro (alle aufgeführten Erlöse inkl. Aufgeld) für eine tibeto-chinesische Figur der büffelköpfigen Gottheit Yamantaka. Die auf 50.000 Euro geschätzte Arbeit aus dem 15. Jahrhundert wurde das teuerste Kunstwerk der Auktion und ging an einen chinesischen Sammler.

Großes Engagement rief auch die Holzfigur eines sitzenden Guanyin hervor. Die weit über 500 Jahre alte Skulptur aus der legendären Sammlung Senta Wollheim erzielte mehr als das Zwanzigfache der Schätzung und kostete einem Chinesen 213.000 Euro. Für ein Raunen im Saal sorgte ein Räuchergefäß aus dem 13./14 Jahrhundert. Der Preis für das Objekt in Form einer archaischen Kult-Bronze kletterte von 3.000 auf ca. 320.000 Euro.

Pfirsiche des langen Lebens

Bei den Porzellanen führt ein kaiserlicher Tuschwasserbehälter aus dem 18. Jahrhundert das Feld an. Von geschätzten 80.000 erhöhte sich der Preis auf etwa 268.000 Euro. Mehr als vervierfachen konnte ein seltenes Paar Schalen mit Hühnerdekor seine Taxe. Es kostete 133.00 Euro.

Einen ähnlichen Preissprung vollzog ein Cloisonnée-Teller mit der Marke des Kaisers Xuande aus dem frühen 15. Jahrhundert. Er wurde erst bei 146.000 weitergereicht. Ungebrochen scheint das Interesse für die Tuschemalerei Qi Baishis. Mit 280.000 Euro wurden die rosaroten „Pfirsiche des Langen Lebens“ zum teuersten Blatt des reichen Angebots auf diesem Sammelgebiet.

Starke Konkurrenz in Sachen Tuschemalerei hatte Nagel durch eine hochkarätige Berliner Sammlung, die am 3. Juni bei Lempertz in Köln versteigert wurde. Ein Großteil der 37 Blätter aus dem 20. Jahrhundert wies als ursprüngliche Provenienz den Sammler und späteren Händler Guo Ruping alias Dr. Kuo auf. Eine deutsche Sammlerin, so Lempertz, wollte bereits vor der Auktion die Kollektion geschlossen erwerben. Drei Erlöse übersprangen die 100.000 Euro-Marke.

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Höchstzuschlag für einen büffelköpfigen Gott

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Blatt mit Garnelen von Qi Baishi

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