Asiatika
New York erwartet kauflustige Chinesen

Christie's und Sotheby's hofieren die Kundschaft aus Fernost erstmals mit klassischer chinesischer Malerei und Kalligraphie. Die Asiatika-Auktionen halten aber auch Attraktionen für Sammler japanischer und koreanischer Kunst bereit.
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New YorkWie gewohnt setzen die New Yorker Asiatika-Auktionen vom 12. bis 16. September auf chinesischen Kaufrausch. Aber neu ist das breite Angebot klassischer chinesischer Gemälde und Kalligraphie, mit denen Christie’s und Sotheby’s die fernöstliche Kundschaft hofieren. Diese beiden Kunstformen wurden bislang fast ausschließlich im chinesischen Sprachraum versteigert.

Christie’s offeriert die Sammlung des Bankiers und Unternehmers Xu Hanqing (1882-1961), der seine Karriere in der Kaiserzeit als hochrangiger Beamter begann. Unter den 64 kalligraphischen Werken dürfte der Name des Kaisers Qianlong wie ein Magnet anziehen. Qianlong ließ als passionierter Sammler eine „Chunhua ge tie“ genannte Zusammenstellung wichtiger historischer kalligraphischer Werke drucken, die 1769 auf zehn Bände angewachsen war. Eine Ausgabe soll nun (unveröffentlichte) 1,2 bis 1,5 Millionen Dollar einbringen.

Gedichte vom Berater des Kaisers

Xu Hanqing war auch stolzer Besitzer einer Querrolle mit drei Gedichten des bedeutendsten Neokonfuzianers Zhu Xi (1130-1200), Lehrer und Berater von Song-Kaisern. Sie ist auf 1,5 bis 1,8 Millionen Dollar geschätzt.

Bei Sotheby’s kommt unter den am 13. September aufgerufenen 83 kalligraphischen Werken und Gemälden einem dünnen Album Toprang zu. Die Schätzungen liegen zwischen 200.000 und 300.000 Dollar. Auf seinen acht Blättern kopierte Dong Qichang (1555-1634), wichtigster Landschaftsmaler und Theoretiker seiner Zeit, eine lange Grabinschrift.

Sammlung eines Eisenbahnpioniers

Christie’s trug wieder über 600 kunstgewerbliche Objekte zusammen, die zum großen Teil aus westlichen Privatsammlungen stammen. Da gibt es neun Qing-Porzellane aus dem Nachlass des Eisenbahnpioniers und Unternehmers Cornelius van Horne (1843-1915) oder 36 superbe Jadeobjekte aus altem europäischem Besitz.

Sotheby’s personell verstärkte Chinaabteilung wartet in dieser Saison mit einem überzeugenden Angebot auf. Hier verkauft das vom japanischen Geschäftsmann Ryuichi Sano 1966 gegründete Sano Art Museum in Mishima, Präfektur Shizuoka, am 14. September seine 33 chinesischen Antiquitäten. Einige Toplose der Woche sind darunter: Für das seltene archaische Bronzegefäß mit Deckel vom Typ Fangyi (Shang-Dynastie, 12./11. Jh. v.Chr.) werden 1,5 bis 2,5 Millionen Dollar erwartet. Ebenfalls aus japanischem Besitz stammt ein etwas später zu datierendes, fein modelliertes Bronzegefäß vom Typ Hu, dessen Taxe auf 2,5 bis 3 Millionen Dollar angesetzt ist.

Attraktionen aus Korea

Sammler von Japanischem und Koreanischem werden am 14. September bei Christie’s einige Attraktionen finden. Toshusai Sharaku, innovativer Meister des Holzblockdrucks, spezialisierte sich in seiner sehr kurzen Schaffenszeit auf Schauspielerporträts. Sein gesuchtes ausdrucksstarkes Bild des Kabuki-Schauspielers Otani Onji in der Rolle des Edobei wurde von einer japanischen Institution eingeliefert (600.000 bis 800.000 Dollar). Kim Whankis (1913-1974) besonders schöne intensive „Blaue Landschaft“ aus New Yorker Privatbesitz setzt mit einer anspruchsvollen Taxe von 2 bis 2,2 Millionen Dollar auf die wachsende Popularität des führenden abstrakten Malers Südkoreas. Er war auch im Westen bekannt und verbrachte die letzten Jahre in New York. Eine geschickte Verbindung von östlicher und westlicher Sensibilität spricht internationale Käufer an.

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