Asiatika-Ranking
Paris ist Drehscheibe für Kunst aus Asien

62 Mio. Euro setzten Pariser Versteigerer mit 12 Spezialauktionen für Kunst aus China und Asien im Jahr 2010 um. Sotheby?s steht an ersten Stelle, gefolgt von Christie?s und Piasa.
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PARIS. Den Höchstpreis von 5,5 Mio. Euro erzielte in Paris eine kaiserliche chinesische Porzellanvase, eingehämmert vom Auktionshaus Piasa am 14.12. im Hôtel Drouot. Auch wenn Kunst und Kunsthandwerk aus China in letzten Jahren einen phänomenalen Preisaufschwung erlebten, vermögen die Preise zu beeindrucken, die in Paris für Asiatika im Allgemeinen und für China-Objekte im Besonderen auf Auktionen bewilligt werden. Der Pariser Asiatika-Gesamtumsatz für zwölf Auktionen im Jahr 2010 beträgt mehr als 62 Mio. Euro.

Das Ranking

Sotheby's hat sich mit 25,8 Mio. Euro und zwei Auktionen pro Jahr zum Marktführer hochentwickelt, da die Angelsachsen den Spezialisten von Christie's, Philippe Delalande, abwerben konnten. Christie's setzte mit ebenfalls zwei Auktionen 20,7 Mio. Euro um und platziert sich auf Platz zwei und drei der Pariser Toppreisliste für Asiatika: am 15.12. wurde in François Pinaults Haus ein geschnitzter, spinatfarbiger Jadebecher für Pinsel aus der Qing Dynastie d.h. dem 17./18. Jahrhundert, von einer Schätzung von 150.000 bis 200.000 Euro auf 3,3 Mio. Euro angehoben. Das kunstvolle Objekt stammt aus dem Gestüt und Herrenhaus im normannischen Estimauville, dessen Inventar Christie's im Oktober versteigerte. Die gleiche Provenienz hat ein Paar Deckeldosen aus vergoldeter Bronze mit Email und Zellenschmelz aus der Qing-Dynastie, bzw. der Qianlong-Epoche (1736 - 1795), das ein asiatischer Antiquitätenhändler von der Taxe von 200.000 bis 300.000 Euro auf 3,2 Mio. Euro anhob.

Einflussreiche Aktionäre

Piasa zählt eine Gruppe von Kunstinteressenten zu seinen Aktionären zählt z.B. den mit Jahresende scheidenden ARTE-Präsidenten Jérôme Clement, den Ex-Premierminister Laurent Fabius oder den auf ein Vermögen von 700 Mio. Euro geschätzten Finanzier und Mäzen Marc Ladreit de Lacharrière. Auch Piasa organisiert zwei Asiatika-Auktionen pro Jahr. Sie verbuchen 9,4 Mio. Euro. Am 14.12. erzielte Piasa 7,3 Mio. Euro für dieses Spezialgebiet. Herausragend ist die auf weißem Porzellan mit mehrfarbigem Email der "famille rose" in Form von Pfingstrosen dekorierte Vase, deren Rundungen auf den Himmelsglobus, als Zeichen der himmlischen Herkunft des Kaisers, hinweisen.

Bereits im ersten Halbjahr, am 14.4., versteigerte Jean-Marc Delvaux im Hôtel Drouot eine blau-weiße Baluster-Vase für 2,2 Mio. Euro. Eine andere Baluster-Vase gab Sotheby's am 9.6. für 1.016.750 Euro ab. Zwei vergoldete Bronzestatuen des selig lächelnden "Amitayus" aus der Qing-Dynastie und der Kangxi-Epoche (1662-1722), ähneln einander sehr: Sotheby's schlug eine am 9.6. für 1.016.750 Euro als Toplos der Sitzung zu, wogegen Christie's am 15.12. für eine zweite, nur 2,8 Zentimeter höhere Statue 961.000 Euro einnahm.

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