Asiatika
Wild auf chinesische Tuschemalerei

Chinesische Malerei des 20. Jahrhunderts war der Hit der Asiatika-Auktionen bei Lempertz. Vor allem Händler aus China treiben den Umsatz hoch. Im Mittelpunkt stand die Sammlung Pommeranz-Liedke.
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MünchenDas Kunsthaus Lempertz in Köln freut sich über eine ungewöhnlich erfolgreich gelaufene Asiatika-Auktion am 9. und 10. Juni 2011. Über 200 Prozent nach Wert konnte Henrik Hanstein verkaufen. Der Umsatz lag insgesamt bei knapp 3,5 Millionen Euro (inkl. Aufgeld). Besonders begehrt war die chinesische Malerei, die mit einer Zuschlagsquote von über 300 Prozent nach Wert punktete.

Höhepunkt der Auktion war die moderne chinesische Malerei aus der Sammlung von Gerhard Pommeranz-Liedtke (1909–1974), dem ehemaligen Leiter der Akademie der Künste in Ost-Berlin und späteren Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Weimar. Pommeranz-Liedtke bereiste China erstmals 1953.

Li Keran war 1957 in Deutschland zu sehen

Eine Tuschearbeit von Li Keran (1907–1989), die einen Wasserfall in einer beeindruckenden Felslandschaft zeigt, spielte 360.000 Euro zugunsten einer deutschen Stiftung ein. Die Taxe lag bei 50.000 Euro. 1957 wurde Li Keran zum ersten Mal in Deutschland ausgestellt. Der Maler, der als Vertreter einer modernen Erneuerung der chinesischen Tuschemalerei gilt, war damals in der Ausstellung „Zwei chinesische Maler“ zusammen mit Guan Liang in der Akademie der Künste zu sehen.

Zwei Mädchen mit Eseln

Auf 1958 datierte Pommeranz-Liedtke die elegante Tuschezeichnung von Lin Fengmian, die Fischerboote und Kormorane zeigt. Chinesischer Handel übernahm sie für 102.000 Euro (40.000 Euro). Einen riesigen Preissprung von 3.500 Euro auf 228.000 Euro absolvierte eine Tuschezeichnung von Huang Zhou, die zwei Mädchen mit einer Gruppe von Eseln zeigt. Äußerst erfolgreich schlossen auch vier Tuschearbeiten von Qui Bashi (1863–1957) aus einer europäischen Privatsammlung ab, allen voran eine Hängerolle mit einer Pflanzendarstellung. Ein chinesischer Händler aus New York bot für sie annähernd das Zehnfache der Taxe, 216.000 Euro.

Beim Kunstgewerbe reüssierte eine 53 cm hohe Cloisonné-Vase aus dem 16./17. Jahrhundert, die aus einer süddeutschen Privatsammlung stammte. Die beeindruckende Vase hat die Form eines archaischen Bronzegefäßes vom Typ „gu“ mit einem quadratischen Grundriss. Auf 18.000 Euro war sie geschätzt, für 84.000 Euro wurde sie verkauft.

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