Asiatische Kunst bei Nagel
Aufmarsch der Buddhas

Buddhistische Skulpturen aus Tibet und China sind zurzeit sehr gefragt. Entsprechend groß ist das Angebot, das Nagel zum 25-jährigen Jubiläum auffährt. Die meisten Lose bewegen sich preislich im fünfstelligen Bereich. Teurer wird es beim Porzellan.
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StuttgartNie zuvor hatte das Stuttgarter Auktionshaus Nagel ein so umfangreiches Angebot an buddhistischen Skulpturen aus Tibet und China. Gut 320 Bronzen und teilweise aus Holz geschnitzte Gottheiten werden am 8., 9. und 10. Dezember 2014 versteigert. Preislich an der Spitze steht mit geschätzten 90.000 bis 120.000 Euro eine große chinesische Bronze des Guanyin aus dem 15./16. Jahrhundert. Sie strahlt durch schwungvolle Details und polychrome Oberfläche eine lebendige Festlichkeit aus.

Hohe Erwartungen setzt das Haus zudem in eine seltene, aus der selben Zeit stammende Bronze des Songsten Gampo. Die in sich ruhende Figur mit der göttlichen Geste der Erdanrufung stellt den ersten König Tibets dar und gehörte einst zur exzellenten, belgischen Sammlung Lingèro. Der untere Schätzwert liegt bei 60.000 Euro.

Es fehlen die Spitzenstücke

Die zahlreichen Einlieferungen in dieser Sparte führt Nagels Asiatika-Experte Michael Trautmann auf die derzeitige Hausse religiöser Kunst aus China und Tibet zurück. Wie sehr die Wertschätzung gewachsen ist, verdeutlicht die kleine Figur eines Bodhisattvas aus der Kangxi-Periode (1654-1722). Vor 14 Jahren kostete sie in einem deutschen Auktionshaus 14.000 Mark. Nun ist der hockende, mit Diadem ausgestattete Buddha auf 30.000 bis 50.000 Euro geschätzt. Bei den Thangkas, den religiösen Meditationsbildern, steht eine seltene, fünfteilige Folge mit Darstellungen aus dem Leben des tibetischen Dichteryogi Milarepa an der Spitze. Für den Satz aus dem 19. Jahrhundert werden mindestens 150.000 Euro erwartet.

Nagels Angebot an buddhistischen Bronzen ist symptomatisch für das knapp 3.500 Objekte umfassende Aufgebot. Es hat im fünfstelligen Preisbereich sowohl bei den Jadearbeiten als auch bei den Möbeln und Ritualgefäßen viele attraktive Objekte zu bieten. Aber es fehlt die Spitze. „Hier herrscht unübersehbar Materialknappheit“, sagt Asiatika-Experte Trautmann. Es werde immer schwieriger, hochkarätige Arbeiten wie das wohl aus dem Handel stammende, auf 100.000 bis 150.000 Euro taxierte Paar Jade-Deckelgefäße des 18. Jahrhunderts, in alten Privatsammlungen zu finden. Dennoch würden 80 Prozent der Lose  aus diesen Quellen stammen.

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