Auch Islam ist ein Thema
Filmfest von Venedig zeigt viel Sex

Das Thema Sex könnte in diesem Jahr viele Diskussionen beim 60. Filmfest von Venedig bestimmen. Solange die künstlerische Qualität stimmt, sei dagegen nichts einzuwenden, findet Festival-Direktor Moritz de Hadeln.

Reuters VENEDIG. „Ein Thema, das ich nicht zu sehr in den Vordergrund stellen möchte, ist (in vielen Filmen) stark vertreten, und das ist Sex“, sagte Festival-Direktor Moritz de Hadeln am Dienstag einen Tag vor dem Start des ältesten Filmfestivals der Welt. „Es werden viele sehr eindeutige Äußerungen oder Szenen gezeigt.“

Seiner Meinung nach sei jedoch alles erlaubt, so lange die künstlerische Qualität stimme. „Ein Festival muss ein Forum für die Ausdrucksfreiheit sein, und wenn die Filmemacher selbst entscheiden „Ich will das Risiko eingehen', dann sollten wir nicht diejenigen sein, die „nein' sagen“, sagte de Hadeln.

Für Aufregung dürfte unter anderem Bernardo Bertoluccis Erotik-Film „The Dreamers“ sorgen. Darin geht es um die sexuelle Revolution im Frankreich des Jahres 1968. „Schon jetzt haben wir den Anfang einer Kontroverse um den Bertolucci-Film“, sagte de Hadeln. So zogen Kritiker bereits Vergleiche zu Bertoluccis skandalumwittertem Film „Der letzte Tango in Paris“ von 1972.

Auch Bruno Dumonts Film „Twentynine Palms“ wird wohl mit einigen Szenen aufwarten, die über ein gewisses Schock-Potenzial verfügen. In seinem Beitrag geht es um eine leidenschaftliche Liebesaffäre in einer Wüste Kaliforniens.

In Venedig wird sich jedoch nicht alles nur um Sex drehen. Auch den Islam und die Lage im Nahen Osten will de Hadeln als Thema des Festivals verstanden wissen. „Wir sind hier nicht dazu da, Leute zu schulen, aber wenn es Filme gibt, die das Thema direkt oder indirekt angehen, dann will ich sie zeigen.“ Im Zuge des Irak-Krieges seien in der öffentlichen Diskussion schlimme Vorurteile geäußert worden, die eine verbreitete Unwissenheit über das Wesen des Islam gezeigt hätten.

Mit dem Thema beschäftigen sich unter anderem der neue Film des israelischen Regisseurs Amos Gitai sowie Produktionen aus dem Iran, Algerien und dem Libanon. Auch der französische Regisseur Jacques Doillon setzt sich mit dem Islam auseinander. Sein Film „Raja“ handelt von einem marokkanischen Einwanderer in Frankreich.

Bis zum 6. September zeigt das Festival mehr als 140 Filme. 20 sind im Wettbewerb um den begehrten „Goldenen Löwen“ gelistet, darunter auch der Film „Rosenstraße“ der deutschen Regisseurin Margarethe von Trotta. Erwartet werden zahlreiche Hollywood-Größen, darunter Nicole Kidman und Catherine Zeta-Jones.

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