Auch Shyamalan erlaubt sich in jedem seiner Filme einen Kurzauftritt
„Hitchcock ist mein Vorbild“

Interview mit Regisseur und Meisterschocker M. Night Shyamalan, dessen Film „The Village“ jetzt in die Kinos kommt.

Der Mann, der sich den Beinamen Night gegeben hat, sieht täuschend friedlich aus. Doch bei Mister Nacht kann man das Gruseln lernen. In Amerika gilt der Regisseur M. Night Shyamalan als neuer Alfred Hitchcock. Dabei ist Angsteinjagen gar nicht so einfach.

Sie haben einmal bedauert, dass das Publikum heute keine Überraschungen mehr im Kino erleben würde. Das kann man von Ihren Filmen nicht behaupten.

Ich glaube, die Zuschauer empfinden meine Filme wie ein Schachspiel. Sie beobachten jeden Zug, suchen nach Hinweisen, um vorzeitig hinter das Geheimnis der Geschichte zu kommen. Darin besteht für sie der Reiz.

Stehen Sie als Drehbuchautor und Regisseur nicht sehr unter dem Druck, immer Überraschungseffekte hervorzubringen zu müssen?

Ich wollte nie, dass die Überraschung am Ende zum Vehikel meiner Filme wird. Andererseits steckt es einfach in mir drin, einen unerwarteten Ausgang zu finden. Ich kann gar nicht anders, und jeder Versuch, mich dagegen zu wehren, führt bei mir zu Bauchschmerzen. Als ich das Drehbuch für „The Village“ schrieb, wusste ich sofort, wie alles enden soll. Dennoch gab es Momente, in denen ich zweifelte. Ich dachte, wahrscheinlich werde ich nie wieder etwas anderes machen dürfen als Mystery-Filme. Um mich von diesen quälenden Gedanken wieder zu befreien, redete ich mir ein, es sei mein erster Film.

Bedeutet Ihnen das Schreiben mehr als die filmische Umsetzung?

Ich hätte gewiss kein Problem, mir zwanzig solcher unheimlichen Geschichten auszudenken. Insofern fühle ich mich tatsächlich in erster Linie wie ein Schreiber, der sich wie Stephen King oder Agatha Christie auf ein bestimmtes Gebiet festgelegt hat. Agatha Christie ist die meistgelesene Krimiautorin der Welt. Man erwartet von ihr keine romantische Komödie, sondern lässt sich von ihr in eine mysteriöse Welt entführen. Ich kann nur hoffen, dass man mich als Filmemacher eines Tages genauso akzeptieren wird.

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