Auktionen
Egon Schiele erzielt nur 4,4 Millionen Euro

Egon Schieles „Prozession“ war bei Christie’s in New York 2007 schon einmal bei umgerechnet sieben bis zehn Millionen Euro gescheitert. Gezählte fünf Interessenten lieferten sich im Auktionshaus „im Kinsky“ ein überschaubares Scharmützel.
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WIEN. Das Werk mit Sensationspotenzial - Egon Schieles "Prozession" (1911) - kam am 9. November erst am Schluss im Auktionshaus "im Kinsky" an die Reihe: Einen Schiele in Öl gibt es nicht alle Tage. Er stammt aus der Sammlung Ronald Lauders, eine Provenienz, die man der Diskretion wegen allerdings nicht bestätigen wollte. Bei umgerechnet 7 bis 10 Mio. Euro war das Bild bei Christie?s in New York 2007 schon einmal gescheitert.

Um 20.27 Uhr eröffnete Otto Hans Ressler, Auktionator und Chef des Hauses, bei 2 Mio. die Gebote für die "Prozession". Gezählte fünf Interessenten lieferten sich ein überschaubares Scharmützel, kaum hatte es angefangen, war es nach zwei Minuten auch schon vorbei. 4,4 Mio. Euro brutto bewilligte ein anonymer österreichischer Sammler und trug damit wesentlich zur Gesamtbilanz der 81. Auktion bei. Die bilanziert neben einer hervorragenden Verkaufsquote von 83 Prozent ein Total von 12,3 Mio. Euro.

Zuvor hatte ein 20 cm kleines, springendes Elfenbeinpferd angesichts der qualitätsvollen Ausführung auf musealem Niveau dem Saal die mit Abstand spannendsten Minuten bereitet. Das Ross könnte aus dem Umfeld des Barockschnitzers Matthias Steinl stammen. Das Ergebnis war ein Wettstreit zwischen Telefon- und Saalbietern. Achim Neuse aus Bremen blieb der Beharrlichste und führte das exquisite Kunstkammer-Ross mit diskretem Kopfnicken für 306 250 Euro (15 000) von der Koppel.

Eine Ausnahme, da die Mehrheit der insgesamt 83 feilgebotenen Positionen im Bereich der Taxen den Besitzer wechselten - trotz renommierter Provenienz. Etwa bei Olga Wisinger-Florians "Sommerabend" (250 000 bis 500 000), ehemals Thurn & Taxis, zuletzt in der Privatsammlung Rudolf Leopolds beheimatet. Das Gemälde fiel schon bei 475 000 Euro nach kurzer Konkurrenz an einen Saalbieter.

Für Schieles "Akt mit Strümpfen" hatte Leopold im Juni 2009 hier noch 325 000 Euro bewilligt, innerhalb weniger Minuten war dieser Wert Geschichte. Die Gouache wechselte für 437 500 Euro in eine Wiener Privatsammlung. Ein griechischer Reeder ließ auf Helmut Leherbs großen Magier bieten (50 000), in den schließlich 75 000 Euro zu investieren waren.

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