Auktionen in Wien
Aufmarsch der Marktlieblinge

Mehr als 2.000 Lose kommen Ende November in Wien unter den Hammer. Darunter gefällige Altmeister und eine große Zahl begehrter Zeitgenossen. Ein Streifzug durch die Offerten von Hassfurther, Im Kinsky und Dorotheum.
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WienIn Österreich, genauer in Wien neigt sich die Auktionssaison dem Ende zu. Ab dem 24. November 2014 gelangen mehr als 2.000 Kunstwerke und Objekte unterschiedlicher Sparten zur Versteigerung. Zumindest ein Drittel davon könnte am Ende auch den Besitzer wechseln.

Zum Auftakt offeriert Wolfdietrich Hassfurther am 24. November ein 102 Positionen umfassendes Programm mit Alten Meistern, Malerei des 19. Jahrhunderts und Klassischer Moderne. Ein interessanter Schwerpunkt ist dabei Arnold Schönberg gewidmet. Aufgerufen wird u. a. zum Schätzpreis von 50.000 bis 100.000 Euro ein 1909 von Max Oppenheimer gemaltes Porträt des Komponisten und Musiktheoretikers, ein privates Fotoalbum aus der Zeit von 1918 bis 1923, eigenhändig von Schönberg angefertigte Zank-Patience-Spielkarten sowie zahlreiche Autographen.

36 Blumensorten auf einem Bild

„Erlesene Kunstwerke“ titelt die beim Auktionshaus „Im Kinsky“ vom 25. bis 27. November auf dem Programm stehende Versteigerungsserie. 797 Positionen aus den Sparten Alte Meister, 19. Jahrhundert, Klassische Moderne, zeitgenössische Kunst sowie Antiquitäten und Jugendstil gelangen zum Aufruf. Entsprechend der oberen Schätzwertsumme geht es dabei um ein Wertvolumen von 14 Millionen Euro.

Zu den Highlights gehört ein zuletzt knapp 100 Jahre in deutschem Privatbesitz befindliches Bouquet des Antwerpener Meisters Jan Brueghel des Älteren. Der Maler gehört zu den Gründungsvätern des autonomen Blumenbildes. Nicht weniger als 36 verschiedene Blumensorten vereinte er in dem 1608/09 auf Holz gemalten Arrangement, das zwischen 350.000 und 700.000 Euro einspielen soll.

Bei Bildern des 19. Jahrhunderts warten gefällige Pendants; etwa eine Gouache mit üppigen Pfingstrosen, gemalt von dem Porzellanmaler Joseph Nigg (7.000 bis 14.000 Euro) oder eine große exotische Variation (1839) von Franz Xaver Petter. Der an der Akademie der bildenden Künste zum Blumenmaler ausgebildete Künstler reicherte sein Bild  mit Ananasfrüchten, Feigen und einem Papagei an (25.000 bis 50.000 Euro).

Heimspiel für Maria Lassnig

In der Sektion Klassische Moderne lockt man mit Künstlernamen, die sowohl bei Privatkäufern wie bei Kunsthändlern sehr beliebt sind. Mit Alfons Walde beispielsweise, von dem zwei Werke aus bäuerlichem Milieu angeboten werden: „Sonntag“ von 1924/25 (80.000 bis 160.000 Euro) und das vielfach wiederholte Motiv „Bauernsonntag“ in einer Ausführung von 1927. Die Taxe liegt bei 100.000 bis 200.000 Euro.

Bei der zeitgenössischen Kunst dominieren heimische Größen, angeführt von Maria Lassnig, deren Schaffen das Museum of Modern Art PS1 (New York) jüngst in einer Ausstellung würdigte. Ob die seit 1949 von der Künstlerin entwickelten „Körperzustandsbilder“, in denen Lassnigs eigener Körper als Sinnbild menschlicher Innenwelten fungiert, auf internationales Interesse stoßen, wird sich zeigen. Im Kinsky bietet die aus dem Jahre 1967 stammenden Gemälde „Brettl vor dem Kopf“ zum Schätzpreis von 150.000 bis 250.000 Euro und „Gegenüberstellung“ (120.000 bis 240.000 Euro.

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Viel zeitgenössische Kunst im Dorotheum

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