Auktionshaus Stahl
Schiffbruch mit Hintersinn

Gut 1.100 Positionen kommen Ende September im Hamburger Auktionshaus Stahl zum Aufruf. Die Akzente setzen ein wiederentdecktes Bild des klassizistischen Landschaftsmalers Jakob Philipp Hackert und das Asiatika-Angebot.
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HamburgEine veritable Neuentdeckung kündigt das Hamburger Auktionshaus Stahl für seine Auktionen vom 26. und 27. September 2014 an. Es ist das von Jakob Philipp Hackert gemalte „Unwetter im Hafen von Livorno“. Für die Verfasserin des Werkverzeichnisses war das Bild bislang unbekannt. Es stammt aus einer großen süddeutschen Sammlung und gehörte ehedem zu einer Serie von insgesamt vier Gemälden. Die Zarin Maria Feodorowna gab das Bild in Auftrag, um damit ihr Schloss Pavlovsk bei St. Petersburg zu schmücken.

Im Vordergrund der Darstellung tobt die stürmische See mit einem in schäumender Gischt taumelnden Schiff, während in der Tiefe des Bildes in ruhigerem Gewässer ein weiteres Schiff mit russischer Flagge gemächlich auslaufen kann. Das Entstehungsdatum könnte 1775 gewesen sein. Das Datum ist jedoch im Gegensatz zur Signatur und zum Titel nur undeutlich zu lesen. Für das 27,5 x 41 cm große, auf Holz gemalte Ölgemälde, das von einem aktuellen Gutachten begleitet wird, möchte Stahl mindestens 15.000 Euro einnehmen.

Die Bilderofferte der kommenden Auktion hält außerdem noch eine Reihe von Worpsweder Künstlern bereit. Zwei Werke verdienen besondere Aufmerksamkeit: die von Fritz Overbeck in einer stürmischen Landschaft porträtierte „Worpsweder Hütte II“ und der dunkel gehaltene „Herbstabend in Worpswede“ von Fritz Mackensen. Das 1898 entstandene Bild hat eine stattliche Größe von 131 x 169 cm und ist von musealer Qualität. Für beide Arbeiten werden jeweils 19.000 Euro erwartet.

Fastender Buddha in Grau

Die etablierte Asiatika-Abteilung des Auktionshauses umfasst diesmal über 300 Positionen. Eine frühe und seltene Gandhara-Skulptur aus grauem Schiefer zeigt in fast naturalistischer Genauigkeit einen fastenden Buddha. Um potentielle Käufer neugierig werden zu lassen, wurde der Preis für die im 3. oder 4. Jahrhundert geschaffene Büste mit 15.000 Euro bewusst niedrig angesetzt. Sehenswert ist auch die Bronze-Statue des Buddha Shykyamuni, die wegen einer Inschrift auf der Rückseite exakt auf das Jahr 1494 datiert werden kann. Auch hier soll der niedrige Startpreis von 5.800 Euro die Bieter locken.

Für die Porzellanliebhaber bietet Stahl ein Paar „Augustus-Rex“-Vasen an, die aus dem Besitz August des Starken stammen sollen. Um 1730 entstanden, zeigen sie Schlachtszenen auf hellem türkisfarbenem Grund. Die Gefechtsdarstellungen sind nach Gemälden von Georg Philipp Rugendas entstanden. Angeboten werden sie für 25.000 Euro.

Afrikanische Schönheit

Nachdem auf der vergangenen Auktion das fotografische Werk von Peter Beard durch das Bieterpublikum gut aufgenommen wurde, ist jetzt wieder eine Arbeit des vor allem in den USA begehrten Fotografen im Angebot. Den 49 x 33,5 cm großen Silbergelatineabzug mit dem Bildnis einer afrikanischen Schönheit bietet Stahl für 19.000 Euro an. Er ist mit einem handschriftlichen Gedicht versehen und größer als das gleiche Motiv, das im November bei Grisebach in Berlin unter den Hammer kommen wird.

Vorbesichtigung: 20. bis 25. September 2014

Auktionen:

Asiatische Kunst: 26. September 2014

Kunst und Antiquitäten: 27. September 2014

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