Ausstellung in Düsseldorf: „Prinzessin Punk“: Hommage an eine Modeikone

Ausstellung in Düsseldorf
„Prinzessin Punk“: Hommage an eine Modeikone

Eine Ausstellung im Düsseldorfer NRW-Forum feiert bis Mitte Mai die britische Modedesignerin Vivienne Westwood. Aus dem über 30-jährigen Schaffen der Exzentrikerin sind neben vielen originellen Kleidungsstücken auch Schuhe, Accessoires und Videos zu sehen.

DÜSSELDORF. Geboren wurde Dame Vivienne Westwood am 8. April 1941 in Glossop, Derbyshire unter dem Namen Vivienne Isabel Swire. Die Autodidaktin schloss weder ein Kunst- noch ein Designstudium ab, sondern machte stattdessen eine Ausbildung zur Grundschullehrerin. Aber die Schneiderkunst lag ihr "in den Genen", ihr Vater stammte aus einer Schuhmacher-Familie, ihre Mutter war Weberin. 1962 heiratete die junge Vivienne Derek Westwood, von dem sie sich im Jahre 1965 wieder scheiden ließ.

1965 traf sie Malcolm McLaren, der ihr langjähriger Geschäfts- und Lebenspartner werden sollte. Gemeinsam mit ihm eröffnete sie 1970 in London ihre erste Boutique namens "Let it rock". Als Gegenpol zum damals etablierten "fröhlichen" Hippi-Flower-Power-Stil in Mode und Kultur entwarfen und produzierten beide Kleidung, die bewusst "hässlich" sein durfte, ja schockieren sollte, um dadurch das Missfallen der Jugend gegenüber dem Establishment auszudrücken. Der Punk, der alles bisher dagewesene negieren sollte, war geboren und beeinflusste eine ganze Generation von Jugendlichen und Musikern. Malcom McLaren gründete und managte die Punkband "Sex Pistols", die für ihre Exzesse und den Herointod ihres Bassisten Sid Vicious berühmt-berüchtigt werden sollte. Später, als McLaren und Westwood eigene Wege gingen, konzentrierte sich Mc Laren verstärkt auf die Musik, während Westwood sich voll und ganz der Mode widmete.

Seit Anfang der neunziger Jahre gilt die Westwood auch international als höchst anerkannte Modedesignerin. Das Modeblatt "Women's Wear Daily" erkor sie zu einem der sechs wichtigsten Modemacher unserer Zeit. Sie unterrichtete als Gastprofessorin an Universitäten - etwa an der Hochschule der Künste in Berlin - und erhielt im Laufe der Jahre zahlreiche Auszeichnungen. Im Jahre 2005 wurde sie von der Queen zur "Dame" ernannt, was dem Ritterschlag entspricht. Unvergessen ihre Begegnung mit derselben Dame im Jahre 1991, als die Westwood nicht nur die Queen, sondern auch die Medien durch den Verzicht auf Unterwäsche unter ihrem transparenten Kleid schockierte.

Die Ausstellung unterteilt sich in zwei Bereiche: Der erste Abschnitt beschäftigt sich mit Westwoods Werdegang von ihren Anfängen in den frühen 70-er bis hin zu den späten 80-er Jahren. Der zweite Abschnitt der Ausstellung behandelt die Mode der Westwood von den frühen 90ern bis hin zur Gegenwart, allerdings nicht chronologisch, sondern nach Themen geordnet. Es geht um die Ideen und Inspirationen, die die Entwürfe der Westwood beeinflussten.

Gezeigt werden prachtvolle Gewänder und Kleider aus unerwarteten Materialien wie ein Kostüm aus Gummi oder ein Hochzeitskleid aus Lurexwolle. Daneben Kostüme im britischen Country-Stil aus "bodenständigen" Materialien wie Tweed oder Wolle. Und immer wieder Tartan, ein Karostoff, der für die Herstellung schottischer Kilts verwendet wird. Achtung vor Tradition und Kultur paart sich mit ihrer Liebe zur Parodie und zur sexuellen Freiheit. Westwood, die die Gewänder auf historischen Gemälde des 17. und 18. Jahrhunderts als Inspirationsquelle studiert, kopiert diese niemals 1:1. Vielmehr greift sie einzelne Aspekte auf und interpretiert diese neu.

Unbedarfte Besucher mögen die Entwürfe der Westwood - vor allem die ungewohnt starke Betonung der Hüfte und des Pos - irritieren, manche mögen ihre Kreationen gar als lächerlich empfinden. Betrachtet man jedoch, inwieweit viele Ideen dieser Designerin längst in "normale tragbare" Mode integriert wurden und diese dadurch beeinflusst wurde, kommt man nicht umhin, ihrer unglaublichen Ideenvielfalt und Kreativität Bewunderung zu zollen.

Am offiziellen Eröffnungsabend hatte das Publikum auch die Gelegenheit, die Künstlerin live zu erleben. Überraschend wenig "punkig" trat sie auf. In ihrem eleganten dunkelgrauen, keinesfalls transparenten Kleid und dem hochgesteckten Haar wirkte sie eher wie eine "richtige Hoheit" und weniger wie eine rebellische "Prinzessin" des Punk. Abgesehen von den kleinen silbernen Teufels-Hörnchen, die sie auf ihrem Haar trug.

Weiterführende Links zum Thema:

» Bilder u.a. von der Ausstellungseröffnung in unserer Bildergalerie

» Homepage Forum NRW
» Eine komplette Biografie findet sich auf der offiziellen Homepage der Designerin.
» Umfangreiche Informationen über die die Designerin bei Wikipedia
» Eine Biografie auf der Seite der "Ceiberweiber".
» mehr über die Sex Pistols bei Laut.de

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%