Ausstellung in München
Meisterwerke mit weiblichem Charme

Ob Muse oder Modell: Die Frau wird in der Kunst vielfältig dargestellt - und verrät einiges über den Künstler und die Beobachtete. Ein Einblick in 100 Jahre Kunstgeschichte anhand der Münchener Ausstellung „Frauen“.
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DüsseldorfDie Künste verstehen es meisterlich, Sinne zu verführen. Wählt ein Maler das Motiv des weiblichen Aktes, dann verschmelzen Form und Inhalt im Bild der Ehefrau oder Geliebten. Die Kunsthistorikerin Carla Schulz-Hoffmann hat für ihre hinreißende Abschiedsausstellung „Frauen“ in der Münchener Pinakothek der Moderne drei Ausnahmekünstler des 20. Jahrhunderts kombiniert (bis 15. Juli). So unterschiedlich sich Pablo Picasso, Max Beckmann und Willem De Kooning dem Thema Frau nähern, Schulz-Hoffmann erblickt darin jenseits der Sinnlichkeit „einen Spiegel gesellschaftlicher und politischer Probleme“.

Picasso verändert in der Auseinandersetzung mit afrikanischer Kunst radikal sein Welt- und Menschenbild. In kubistisch-eckigen Formen setzt der Spanier den verfeinerten europäischen Schönheitsbegriff außer Kraft. Die energiegeladene Baumnymphe in „Akt im Wald“ steht für Picassos Ideal der unverfälschten Natur.

Wenn Beckmann seine Frau „Quappi“ malt, ist sein Blick nie erniedrigend. Nacktheit steht in der Kunst immer für das Existenzielle. Kühn zwar in der Perspektive, feiert Beckmann den wohlgeformten Körper der selbstsicheren Raucherin in den zarten Tönen der Haut.

Bei Willem de Kooning hat sich in der Serie „Women“ das Abbild aufgelöst in eine wüste Fläche aus Farbfetzen und Formfragmenten. Der Amerikaner will die Flüchtigkeit des Moments einfangen, der eben keine scharfe Kontur mehr hat. Um die der Existenz innewohnenden Kräfte darstellen zu können, setzt sich De Kooning über vorgefertigte Normen hinweg. Die Frau wird zur Landschaft, die Landschaft wird zur Frau. Alles fließt. Für diese kraftvoll-sinnliche Malerei sind Sammler bereit, Millionenpreise zu bezahlen.

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Erfindung neuer Stilmittel

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