Ausstellung läuft bis zum 29. Februar
Museum in Brüssel zeigt erstmals Kunst aus Vietnam

Von Mittwoch an sind die 350 Leihgaben aus 13 vietnamesischen Museen zusammen mit 100 weiteren Stücken aus acht europäischen Sammlungen in den Königlichen Museen für Kunst und Geschichte (KMKG) in Brüssel zu sehen. Zum ersten Mal seit einem halben Jahrhundert hat Vietnam wertvolle Kunstschätze ins Ausland verliehen, hieß es am Dienstag.

HB BRÜSSEL. Die einzigartige Ausstellung dauert im Musée du Cinquantenaire bis zum 29. Februar und wird dann von April an im Wiener Museum für Völkerkunde gezeigt.

Die ausgestellten Objekte reichen von Keramik, verzierten Waffen, Schmuck und Gebrauchsgegenständen aus der vietnamesischen Bronzezeit bis in die Gegenwart. Buddha-Statuten und andere Götterdarstellungen, Grabbeigaben, Kleidungsstücke und farbige Drucke zeugen vom kulturellen Reichtum des Landes mit seinen 54 ethnischen Gruppen. Videos - etwa zur tausendjährigen Tradition des Wasserpuppenspiels - stellen einen Zusammenhang zum vietnamesischen Alltag her. Bilder und Objekte vom Kampf der Vietnamesen gegen französische Kolonialherren und amerikanische Besatzer stimmen die Besucher ein.

„Es hat lange gedauert, bis wir diese Leihgaben bekommen haben“, sagte der Südost-Asien-Konservator des Völkerkundemuseums in Wien, Christian Schicklgruber. Seit 1954 verbot ein vietnamesisches Gesetz jeglichen Verleih von Kunstschätzen ins Ausland. Erst im vergangenen Jahr änderte Vietnams Parlament diese Bestimmung, und im Januar 2003 legten die beiden Museen in Brüssel und Wien mit dem vietnamesischen Kulturministerium die Liste der Leihgaben fest.

Alle Ausstellungsstücke seien zur Eröffnung am Mittwoch allerdings noch nicht zu sehen, bedauerte die geschäftsführende KMKG-Direktorin Anne Cahen-Delhaye. Eine Kücheneinrichtung, die Schicklgruber von Angehörigen der Muong-Volksgruppe erworben hatte, stecke noch beim Zoll im Antwerpener Hafen fest. „Ich habe eine Woche in diesem Bauernhaus gewohnt und am Ende gesagt: Ich möchte Eure Küche kaufen“, erzählte Schicklgruber. Die Eigentümer hätten ihn erst für verrückt gehalten, dann aber alle Gegenstände für zusammen 300 Euro verkauft.

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