Ausstellungen 2013
Die Welt, so wie sie ist

Sein berühmtestes Bild zeigt ein Mädchen mit stechendem grünen Blick. Es ist ein Stück Zeitgeschichte. Nun bekommt der Fotograf Steve McCurry seine erste Ausstellung in Deutschland.
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Maximal drei Minuten verbringt der amerikanische Fotograf Steve McCurry mit dem Mädchen. Er macht 15 Fotos. Dann rennt sie davon. 1984 war sie zwölf Jahre alt, hatte beide Eltern verloren und lebte in einem Flüchtlingslager in der Nähe von Peschawar.

„Erstaunliche Augen“ registriert McCurry, den das „National Geographic Magazine“ mit einer Reportage über afghanische Flüchtlinge beauftragt hatte. In der Redaktion hieß sie nur „das afghanische Mädchen mit den grünen Augen“. Im Juni 1985 setzt sie ihr Bild auf das Cover. Afghanistan bekommt ein Gesicht.

Heute ist McCurry ein gefragter Reportagefotograf, der es auch auf dem Kunstmarkt zu etwas gebracht hat. Sein Mädchen-Porträt gehört schon seit Jahren zu den am teuersten bezahlten Bildern des Fotografen. Mit den 178 900 Dollar, die das Bild unlängst bei Christie's in New York erzielte, dürfte aber keiner gerechnet haben.

1979 beginnt McCurrys Karriere mit Fotos, die er aus dem von den Taliban besetzten Afghanistan geschmuggelt hatte. 1980 entdeckt ihn das „National Geographic“. Jetzt hat der Amerikaner seine erste Museumsausstellung in Deutschland.

31 Schaffensjahre deckt die Schau im Kunstmuseum Wolfsburg ab. Sie zeigt nicht den ganzen McCurry, aber sein zentrales Thema: Asien und eine bildgewaltige Farbfotografie, wie sie sich seit seinem berühmten Mädchen-Porträt mit seinem Namen verbindet.

Ursprünglich wollte Steve McCurry Lehrer werden. Er studierte Film und Geschichte. Dann entdeckte er die Fotografie und heuerte bei einer Tageszeitung an. Sein Kollege, der berühmte Hunde-Fotograf Elliott Erwitt, berichtet, dass er sich dort nur in einem Umkreis von 40 Kilometern bewegen durfte und „überwiegend langweilige, stereotype Aufträge ausführte“.

Kommentare zu " Ausstellungen 2013: Die Welt, so wie sie ist"

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  • Kanadische Kunststudenten schaffen es, ein Kultivideo ins Netz zu stellen, bei dem ein großer Raubvogel ein Kleinkind in eine einem öffentlichen Park greift und wegträgt.

    Gleichzeitig überschlagen sich im Zeitalter von Photoshop und anderen Bildbearbeitungsprogrammen die Feuilletons selbst der Qualitätszeitungen wie HB in der Bewunderung von "authentischen" Bildern von Mc Curry.
    Der magische Blick ist das Ergebnis qualifizierter Bearbeitung. Wo ist der Kick?

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