Ausstellungen
Bilder aus Licht, Feuer und Nägeln

Eine große Ausstellung im New Yorker Guggenheim-Museum feiert die Kunst der ZERO-Gruppe. Ein gewaltiges Comeback, an der Handelsblatt-Leser mit einer exklusive Edition teilhaben können.
  • 0

New YorkDie erstaunliche Erfolgsgeschichte der Künstlergruppe ZERO, die 1957 in der Gladbacher Straße 69 in Düsseldorf-Unterbilk begann, soll nun zum ersten Mal dem New Yorker Publikum vorgeführt werden. Den ZERO-Künstlern ging es im Nachkriegseuropa um einen Neustart der Kunst mit Licht (Mack), Rauch (Piene) und Nägeln (Uecker). Der utopische Name leitet sich vom Countdown beim Raketenstart ab.

Ab Oktober zeigt das Guggenheim Museum die erste amerikanische Überblicksausstellung dieser bedeutenden Avantgardebewegung mit „ZERO: Countdown to Tomorrow, 1950s-60s“. Sie wird anschließend in den Martin-Gropius-Bau, Berlin, und ins Stedelijk Museum, Amsterdam, weiterziehen. Natürlich stehen im Guggenheim Museum die drei deutschen Gründungsmitglieder Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker im Zentrum.

Aber die berühmte Rotunde und eine Annexgalerie breiten auch etwa 200 Arbeiten von über 40, heute oft in Vergessenheit geratenen Kollegen aus zehn Ländern aus, die damals die optimistische Aufbruchsstimmung der Düsseldorfer teilten. „Die Ausstellung ist sehr auf das Konzept eines Netzwerks von Künstlern mit individuellen Karrieren und verschiedenen Gruppenzugehörigkeiten, die sich manchmal unter dem Namen ZERO zusammenfanden, fokussiert“, erklärt die Kuratorin Valerie Hillings ihr Konzept dem Handelsblatt.

Als Mack, Piene und Uecker starteten, herrschte im Nachkriegsdeutschland die ungegenständliche Malerei der Art Informel vor. „Sie sind sowohl durch ihre Anti-„Art Informel“-Einstellung, als auch ihr Interesse an der Neurorientierung von Kunst durch spezifische Strategien - darunter „malen“ mit Feuer, und „bildhauen“ durch Ausschneiden - und Themen wie Vibration, Licht, Raum und Natur verbunden,“ erläutert Hillings die Haltung der ZERO-Künstler.

Hillings spielt dabei bewusst den jeweiligen nationalen Kontext herunter. Die nebeneinander gehängten Arbeiten sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufdecken. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist ihre gemeinsame Geschichte durch Teilnahme an wichtigen ZERO-Ausstellungen in den 1950er- und 1960er-Jahren.

Dieser ersten nordamerikanischen Museumsausstellung der ZERO-Gruppe im Guggenheim gingen aber schon früh, bereits 1964, kommerzielle Galerieausstellungen voraus. Die waren zuallererst dem Vordenker Howard Wise zu verdanken, der an Manhattans 57. Strasse von 1960 bis 1971 den Markt für kinetische (bewegte) Kunst und Lichtskulptur aufbereitete. Zu seinen Kunden gehörte etwa der Bankier Seymour H. Knox, Jr., aus Buffalo, der für die dortige herausragend bestückte Albright-Knox Art Gallery kaufte. Später machte sich Wise auch für die Akzeptanz von Videokunst stark.

Zwischendurch wurde es Jahrzehntelang still um die Gruppe - bis im Jahr 2006 die große Düsseldorfer Ausstellung „ZERO. Internationale Künstler-Avantgarde der 1950er/1960er Jahre“ wieder internationales Interesse lostrat. Es folgten schnell kommerzielle Shows in New York, angefangen bei Sperone Westwater (in Zusammenarbeit mit Beck & Eggeling), die 2009 und 2011 mit großem Erfolg Heinz Macks frühe Gemälde und Alureliefs ins Gedächtnis riefen, Otto Pienes „Light Ballet and Fire Paintings, 1957-1967“ folgten hier 2010.

Auch die wichtige Galerie L&M Arts sprang im Jahr 2011 mit Günther Ueckers Frühwerken auf den ZERO-Zug auf. Moeller Fine Art (New York) folgten mit einer Ausstellung zu Howard Wise. Laut Marktkennern befindet sich die größte Sammlerbasis heute in den USA und Europa.

Handelsblatt-Edition von Günther Uecker

Handelsblatt-Edition von Heinz Mack

Ausstellung: Salomon R. Guggenheim Museum, New York, „ZERO: Countdown to Tomorrow, 1950s-60s 10. Oktober 2014 – 7. Januar 2015


Kommentare zu " Ausstellungen: Bilder aus Licht, Feuer und Nägeln"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%