Ausstellungen Goldschatz aus Schiffswrack soll wieder funkeln

Ein gesunkenes Schiff, ein Goldschatz, ein Entdecker hinter Gittern: Die Geschichte um einen 1857 verunglückten US-Dampfer ist drehbuchreif. Jetzt soll ein Teil der geborgenen Reichtümer ausgestellt werden.
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Unter der dicken Schmutzschicht funkelt es hervor. Quelle: AP
Goldschatz

Unter der dicken Schmutzschicht funkelt es hervor.

(Foto: AP)

Santa AnaMehr als 150 Jahre lang lagen sie auf dem Meeresgrund: 3100 Goldmünzen, 45 Goldbarren und mehr als 36 Kilo Goldstaub. Sie sind Teil eines der größten einst verlorenen Schätze in der amerikanischen Geschichte – umrankt von einer faszinierenden und hollywoodreifen Saga, die sich bis in die Gegenwart spinnt.

Jetzt befindet sich der Reichtum in einem improvisierten Laboratorium im kalifornischen Santa Ana, und jedes Stück wird liebevoll per Hand gereinigt und poliert. Denn bald steht der Schatz im Wert von Dutzenden Millionen Dollar zum Verkauf. Und vorher, Ende Februar, soll die Öffentlichkeit Gelegenheit haben, ihn in einer Ausstellung zu bewundern.

Die Barren, Münzen und der Staub entstammen dem Goldrausch in Kalifornien und wurden aus dem Wrack des 1857 vor der US-Ostküste gesunkenen Dampfers „S.S. Central America“ geborgen. Nach Schätzungen könnten allein einige der Münzen beim Verkauf je eine Million Dollar (gut 800.000 Euro) einbringen. Aber erst einmal taucht Bob Evans in Santa Ana jedes Stück in eine Lösung und bürstet dann den Rost und Schmutz weg, der sich in all den Jahren in 2134 Metern Meerestiefe angesammelt hat.

Evans war leitender Wissenschaftler bei der Mission, auf der das Schiffswrack und seine Ladung 1988 entdeckt worden waren. Jetzt spricht er von einer neuen Phase der Entdeckung: „Wir schauen nun unter den Schmutz und Rost, entfernen die Ablagerungen und erhalten einen Blick auf den Schatz, wie er 1857 war.“

Am 3. September im jenen Jahr verließ das Schiff einen Hafen in Panama, auf Kurs nach New York. An Bord waren knapp 600 Menschen und schätzungsweise 15 Tonnen Gold. Wenige Tage nach dem Ablegen geriet der Dampfer ungefähr 250 Kilometer vor der Küste des US-Staates South Carolina in einen Hurrikan und sank. Das Schiff nahm 425 Menschen mit sich in die Tiefe – und den Goldschatz, dessen Verlust damals in den USA zu einer wirtschaftlichen Panik beitrug.

Das Gold wurde in zwei Etappen aus dem Wrack geholt. Einen guten Teil erwarb die California Gold Marketing Group im Jahr 2000. Diese Gesellschaft wird auch die Stücke verkaufen, die vom 22. bis 24. Februar im Convention Center der kalifornischen Stadt Long Beach ausgestellt werden sollen und 2014 aus dem Wasser geborgen worden waren.

Der ursprüngliche Entdecker des Wracks im Jahr 1988, Tommy Thompson, verfolgt die Ereignisse derweil von einer Gefängniszelle im US-Staat Ohio. Nach dem Fund war zunächst ein langwieriger Gerichtsstreit um den rechtmäßigen Eigentümer des Schatzes entstanden. Versicherungsgesellschaften beanspruchten ihn für sich. Thompson gewann schließlich, aber das war nicht das Ende.

Der Entdecker des gesunkenen Dampfers mit einer Goldmünze in der Hand (Foto von 1989). Quelle: AP
Tommy Thompson

Der Entdecker des gesunkenen Dampfers mit einer Goldmünze in der Hand (Foto von 1989).

(Foto: AP)

161 Investoren hatten damals seine Entdeckungsreise mit fast insgesamt 13 Millionen Dollar finanziert, profitierten aber nach eigenen Angaben mit keinem Penny von Thompsons 50 Millionen Dollar schweren Goldverkauf an die California Gold Marketing Group. So verklagten sie ihn, was Thompson später zur Flucht veranlasste und zu einer jahrelangen Polizeijagd führte.

Vor drei Jahren wurde Thompson in Florida geschnappt. Seither befindet er sich in einem Gefängnis in seinem Heimatstaat in Beugehaft: Er weigert sich, Auskunft über den Verbleib von 500 verschwundenen Goldmünzen zu geben. Die 50 Millionen Dollar Erlös aus dem Verkauf im Jahr 2000 will er hauptsächlich für Anwaltskosten und Bankkredite ausgegeben haben.

Den Schatz hat die California Marketing Group erst in diesem Monat von Investoren gekauft. Das war das erste Mal, dass jene, die Thompsons Mission damals finanziert hatten, von ihren damaligen Aufwendungen profitierten. Aber einige haben diesen Tag nicht mehr erlebt, sind mittlerweile gestorben.

Dwight Manley, geschäftsführender Teilhaber der Marketing Group, sieht derweil dem Februar mit Begeisterung entgegen. „Das ist etwas, über das Leute noch in Hunderten Jahren sprechen und lesen, Dinge davon sammeln werden“, sagt er über den Schatz. „Es gibt keine anderen Schiffe, die gesunken und nicht gehoben worden sind, die mit diesem mithalten können. Es ist somit wirklich etwas, was sich nur einmal im Leben bietet.“

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