Auszeichnung
Friedenspreis für Italiener Claudio Magris

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht in diesem Jahr nach Italien: Der Schriftsteller Claudio Magris wird mit dem Preis geehrt, weil er sich in seinen Werken für das Zusammenleben verschiedener Kulturen engagiert hat.

BERLIN. Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht in diesem Jahr an den italienischen Schriftsteller Claudio Magris. Dies gab der Vorsteher des Börsenvereins, Gottfried Honnefelder, am Donnerstag zum Auftakt der Buchtage Berlin bekannt. Die Verleihung findet während der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 18. Oktober in der Paulskirche statt. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25 000 Euro dotiert. Er gilt als einer wichtigsten Auszeichnungen in der Bundesrepublik. Im vergangenen Jahr erhielt Anselm Kiefer die Auszeichnung.

Die Jury begründete die Wahl von Magris damit, dass sich der Literaturwissenschaftler, Essayist und Romancier "wie kaum ein anderer mit dem Problem des Zusammenlebens und Zusammenwirkens verschiedener Kulturen beschäftigt hat. In zahlreichen Werken erzählt er von der Vielfalt der Systeme und Sprachen Mitteleuropas, von Eigentümlichkeiten und Gegensätzen. Erzählendes und Reflektierendes, Faktisches und Fiktionales verbindet Claudio Magris in seiner ganz eigenen literarischen Weise und hebt dabei hervor, wie kreativ die Verschiedenheit sein kann, wenn sie denn in ihrer Eigenart geachtet und beachtet wird.

Magris wurde am 10. April 1939 in Triest geboren und studierte unter anderem in Freiburg. Er gilt als einer der wichtigsten italienischen Germanisten und als brillanter Kulturpublizist. Neben wissenschaftlichen Arbeiten und politischen Essays veröffentlichte er Erzählungen und Kurzgeschichten. Seit Jahren gehört der Autor zu den Favoriten für den Literaturnobelpreis.

Im vergangenen Jahr war der Maler und Bildhauer Anselm Kiefer ausgezeichnet worden, im Jahr zuvor der jüdische Historiker Saul Friedländer. Zu den bisherigen Preisträgern gehören außerdem der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk (2005), Jürgen Habermas (2001), Martin Walser (1998), Vaclav Havel (1989), Siegfried Lenz (1988), Astrid Lindgren (1978), Hermann Hesse (1955) und Albert Schweitzer (1951).

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