Auszeichnung
NDR-Tatort erhält Grimmepreis

Der NDR-Tatort Auf der Sonnenseite mit Mehmet Kurtulus als Kommissar bekommt den Adolf-Grimme-Preis. Insgesamt haben die Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender bei der Vergabe Preise 2009 dominiert - als einziger Privatsender holte RTL eine Auszeichnung

HB MARL. In der Kategorie Fiktion wurde in Marl (Nordrhein-Westfalen) unter anderem der ARD-Film "Teufelsbraten" mit Ulrich Noethen und Anna Fischer in den Hauptrollen geehrt. Den Publikumspreis erhielt der Norddeutsche Rundfunk für seinen "Tatort: Auf der Sonnenseite", bei dem Mehmet Kurtulus sein Debüt als Kommissar Cenk Batu gab.



RTL holte den einzigen Grimme-Preis für einen Privatsender mit seiner Comedyserie "Doctor's Diary" in der Sparte Unterhaltung, in der auch die Rubrik "Johannes Schlüter" im NDR-Satiremagazin "Extra 3" ausgezeichnet wurde. "Die Privaten sind in Vielfalt und Qualität in einigen TV-Bereichen abgesackt", sagte der Direktor des Grimme- Institutes, Uwe Kammann, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Erneut sei bei der TV-Unterhaltung "ein Mangel an Innovation und kreativem Witz" zu kritisieren, betonte der Grimme-Direktor bei der Preisträger-Präsentation. Ebenso regelmäßig sei der oft sehr späte Sendetermin wichtiger Produktionen zu beklagen.

In der Wettbewerbs-Sparte Fiktion erhielt die preisgekrönte Produktion "Ihr könnt euch niemals sicher sein" (WDR) über einen rebellischen, als Amokläufer verdächtigten Schüler ungeahnte Aktualität. Die Schauspielerinnen Katja Riemann und Hannah Herzsprung waren in dem bissigen Familienporträt "Das wahre Leben" der Serie "Debüt im Ersten" ebenso preiswürdig wie das Schauspieler-Duo Matthias Brandt/Maria Popistasu in "Die zweite Frau" (Arte/WDR). Eine Sprayer-Gang spielt in der preisgekrönten ZDF-Produktion "Wholetrain" die Hauptrolle.

Bei der Konkurrenz im Bereich Information und Kultur sei die Jury "auf einen ganz guten Jahrgang" gestoßen, betonte Preisrichter Fritz Wolf. Einzelne Produktionen wie "Losers and Winners" (WDR/Arte) über die Demontage und den Verkauf einer Dortmunder Kokerei nach China seien finanziell nur schwer zu realisieren gewesen. "Leben und Sterben für Kabul" (NDR/WDR) dokumentiert den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan, "Sonbol - Ralley durch den Gottesstaat" (SWR) zeigt das ungewöhnliche Leben einer iranischen Hobby-Rennfahrerin. "Der große Ausverkauf" (WDR/Arte/BR) von Florian Opitz dokumentiert die Folgen der Privatisierung, und ein "Grimme-Preis-Spezial" geht an Inge Classen und Katya Mader für ihre "Mädchengeschichten" (ZDF/3Sat).

Den Sonderpreis Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen erhält der Filmemacher Harald Bergmann für die WDR-Produktion "Brinkmanns Zorn" über den Kölner Poeten Rolf Dieter Brinkmann. Das erstmals von der VG Bild-Kunst mit 15 000 Euro ausgestattete Eberhard-Fechner- Förderstipendium geht an die junge Regisseurin Suzan Sekerci, die "Djangos Erben" für den SWR und Arte dokumentiert hat.

Die Preise, die das Adolf-Grimme-Institut jährlich vergibt gehören zu den wichtigsten Medienauszeichnungen Deutschlands. Unter den ausgezeichneten Beiträgen sind elf Produktionen, an denen die ARD beteiligt war, zwei ZDF-Filme und das RTL-Comedy-Format. Insgesamt waren 60 Produktionen nominiert: 53 Beiträge von öffentlich- rechtlichen Sendern und sieben von Privatsendern. Die Auszeichnungen werden am 3. April in einer Gala im Stadttheater von Marl vergeben.

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