Auszeichnung
Philosoph Habermas erhält Holberg-Preis

Der deutsche Philosoph und Sozialwissenschaftler Jürgen Habermas ist mit dem international renommierten Holberg-Preis ausgezeichnet worden. Der mit umgerechnet 575 000 Euro dotierte Preis wird am 30. November in der norwegischen Stadt Bergen verliehen.

HB BERGEN. Der 76-jährige Vertreter der Frankfurter Schule erhält die Auszeichnung für seine „grundlegenden Theorien über Diskurs und kommunikative Aktion“, heißt es in der Mitteilung. Der Holberg- Gedenkpreis wird für herausragende Arbeiten im Bereich der Geistes-, Sozial- und Rechtswissenschaften verliehen.

Habermas gilt als der meist beachtete deutsche Philosoph der Gegenwart, der vor allem in den 1970er Jahren innovative Diskussionen in den Sozialwissenschaften förderte. Als engagierter Zeitkritiker meldete sich Habermas in der politischen Diskussion immer wieder streitbar zu Wort. In der Begründung der norwegischen Jury heißt es, Habermas habe grundlegende Theorien zu Diskurs und Kommunikation entwickelt, die neue Perspektiven für Demokratie und Rechtswesen zur Folge hatten. Mehr als 40 Jahre habe der Wissenschaftler eine führende Rolle in der Theorie der Sozialwissenschaften inne.

Zweck des neuen Holberg-Preises ist es, das gesellschaftliche Bewusstsein für die Bedeutung der Geistes- und Sozialwissenschaften zu steigern sowie das Interesse junger Menschen an diesem Fachgebiet anzuregen. Die im Jahr 2003 gegründete Stiftung ist nach dem norwegisch-dänischen Gelehrten und Dramatiker Ludwig Holberg benannt, der 1684 in Bergen geboren wurde. Der 2004 erstmals vergebene Preis ging an Julia Kristeva, Direktorin des Instituts für Text- und Dokumentwissenschaften an der Pariser Universität Denis Diderot.

Damit erhält Habermas eine weitere wichtige Auszeichnung mehr: Erst im vergangenen Jahr war er für sein Lebenswerk mit dem mit umgerechnet 364 000 Euro dotierten Kyoto-Preis der Inamori-Stiftung des japanischen Kyocera-Konzerns ausgezeichnet worden. Davor hatte er unter anderem den spanischen Prinz-von-Asturien-Preis (2003) und den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (2001) erhalten. Habermas nahm auch die Ehrendoktorwürden zahlreicher internationaler Universitäten entgegen.

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