Bambi-Verleihung
Tränen der Rührung und seliges Lächeln

"Das hat mich jetzt wieder total ergriffen": Die 60. Bambi-Verleihung ist pompös, skandalfrei und mit den üblichen Emotionen über die Bühne gegangen. Für ein wenig - unfreiwillige - Komik sorgte immerhin Landesvater Günther Oettinger.

ap OFFENBURG. Kommt er oder kommt er nicht - und wenn er kommt: Kommt er allein? Die Frage des Abends war schnell beantwortet: Boris Becker schritt bei der 60. Bambi-Verleihung am Donnerstag alleine über den Roten Teppich. Doch auch wenn sich der Frischgetrennte nicht mit Posieren für die Fotografen oder Beantworten lästiger Fragen aufhielt, konnte er doch nicht verhindern, dass er im Laufe des Abends immer wieder zur Zielscheibe milden Spotts wurde. Die meisten Seitenhiebe bekam aber ein anderer ab: Marcel Reich-Ranicki, der den letzten derartigen "Medien-Event", die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises, mit der Ablehnung seines Ehrenpreises entweiht hatte.

Zu einem solchen Skandal kam es in Offenburg, dem Stammsitz des Bambi-verleihenden Burda-Verlags, nicht. Stattdessen gab es bei der Jubiläumsveranstaltung die üblichen Szenen: Mit Tränen der Rührung kämpfende Zuhörer, glücksverzerrte Gesichter in Großaufnahme, enttäuschte Mienen leerausgegangener Nominierter, die so tun mussten, als freuten sie sich mit dem Gewinner, und die unvermeidlichen "Standing Ovations" - gleich sechsmal bei insgesamt 18 Preiskategorien.

"Es sind die Emotionen, die uns heute abend - ich möchte sagen: wegschwemmen", bemerkte Moderator Harald Schmidt süffisant nach der nicht enden wollenden Dankesrede von Christine Neubauer, die in der Kategorie "Fernsehen" ausgezeichnet worden war. Kurz bevor sie ihre umfangreiche Rede beendete, zeigte die Kamera plötzlich Benno Führmann, der aussah, als wolle er gleich losheulen. Ob er da bereits ahnte, dass ihm Michael "Bully" Herbig den Preis als "Schauspieler national" wegschnappen würde? Oder rührte es ihn nur so, dass sich für Neubauer ein Kindheitstraum erfüllte, wie sie bekannte?

Höhepunkt der Rührung und erster Anlass für "Standing Ovations" war die Preisverleihung an Gewichtheber Matthias Steiner, der seinen Olympiasieg im Sommer seiner bei einem Unfall getöteten Frau gewidmet hatte. Auch bei der Preisverleihung kämpften wieder viele mit den Tränen - einschließlich Steiner selbst. "Das hat mich jetzt wieder total ergriffen", sagte er, nachdem er den Preis von Ex-Schwimm-Star Franziska van Almsick entgegengenommen hatte.

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