Bassenge
Zigarillo rauchende Amazone wird teuer

Die Kunstauktionen von Bassenge brachten gute Preise für ein Bronzerelief von Auguste Rodin, eine Collage von Kurt Schwitters und ein anonymes Tropen-Gemälde. Absatz und Rückgänge pendelten sich genau auf Höhe der Gesamtschätzung ein.
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BERLIN. Die Gesamtstimmung war besser als im Frühjahr. Die Kunstauktionen des Berliner Hauses Bassenge vom 26. bis 28. November spielten mit brutto 4 Mio. Euro 100 Prozent der Gesamtschätzung ein. Ausfälle im unteren Feld des Angebots wurden durch unerwartet hohe Zuschläge im Topbereich ausgeglichen. Von 2.145 Losen wurden 1501 in der Auktion abgesetzt, der Nachverkauf ist voll im Gange. Bei der Graphik des 15. bis 19. Jahrhunderts gab es einige Ausfälle bei italienischen Blättern, dafür wurden niederländische und vor allem deutsche Graphiken und Handzeichnungen enthusiastisch beboten. Auch bei der Moderne gab es einige Spitzenpreise, die betont vorsichtige Schätzungen weit hinter sich ließen. Trotz hohem Eurokurs beteiligten sich auch amerikanische Händler und Sammler am Bietgefecht.

Bei der Moderne wurden die exzeptionellen Stücke problemlos abgesetzt. Blieben Noldes Aquarell "Kleiner Dampfer" mit 40.000 Euro und das von einem Braunschweiger Sammler für 70.000 Euro ersteigerte Porträt des Expressionisten Ernst Barlach noch unter der Taxe, so gab es im letzten Teil der Sitzung noch strahlende Zugewinne. So brachte Rodins Bronzerelief mit dem Porträt seiner Geliebten Camille Claudel ("La France") durch Berliner Privatgebot mit 160.000 Euro den doppelten Schätzpreis und eine Schwitters-Collage der zwanziger Jahre mit 140.000 Euro auf mehr als das Doppelte der Taxe (privat Paris). In eine griechische Sammlung wurde Arnold Topps Collage "Mietskaserne" bei 26.000 Euro übernommen und in eine Berliner Sammlung eine Version der Picasso-Lithographie "Francoise" bei 28.000 Euro.

Bei der Graphik der Alten Meister wurde die nicht gerade aufregende Dürer-Passage selektiv beboten, aber auch hier gab es einige stolze Einzelresultate. Zu ihnen gehören die netto 28.000 Euro, die der New Yorker Graphikhandel für den Holzschnitt "Christus am Kreuz mit der Engelsbordüre" (Taxe 8000) und die 25.000 Euro, die ein Händler aus San Francisco für einen c-Druck des Hauptblattes "Der hl. Hubertus" einsetzte. Der breitrandige Kupferstich "Der hl. Antonius vor der Stadt" wurde bei 20.000 Euro vom Handel Turin übernommen. Die Rembrandt-Strecke krönten die von Sammlern aus Paris und der Schweiz für die "Liegende nackte Frau" und die "Hütte hinter dem Plankenzaun" gebotenen 16.000 und 19.000 Euro.

Kenner bieten auf Raritäten der Alten Meister

Bei dem Frühdruck von Adriaen van Ostades Radierung "Die Dorfkirmes unter dem großen Baum" musste der Frankfurter Graphikhändler Rumbler gegen Schweizer Privatgebot bis 24.000 Euro gehen (Taxe 9.000). Dieser Beiter war zuvor bei dem seltenen Braundruck des Hauptwerks "Der Maler" bei 14.000 Euro (Taxe 2.400) erfolgreich. An Rumbler ging auch eines der frühesten Werke der Auktion: der kolorierte Metallschnitt der hl. Barbara aus der Werkstatt des bayerischen Meisters der Stoeger-Passion bei 13.000 Euro. ein anderes Frühwerk, der auf 60.000 Euro angesetzte kolorierte Einblattholzschnitt des hl. Christophorus (süddeutsch, um 1420) blieb unverkauft.

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