Bei Befragung
Leibarzt enthüllt Details über Jackson-Tod

Der Leibarzt von Michael Jackson hat erstmals über die Todesumstände des Popstars gesprochen. Conrad Murray war im Beisein seines Anwalts von der Polizei verhört worden. Die Beamten bezeichneten den Mediziner als kooperativ. Mit einer Michael-Jackson-Gedächtnisshow zollten unterdessen führende schwarze Musiker und Entertainer dem gestorbenen „King of Pop“ Tribut.

HB LOS ANGELES. Der Leibarzt von Michael Jackson fand den Popstar in seinem Bett mit einem schwachen Puls vor, wie der Anwalt des Arztes am Sonntag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP sagte. Conrad Murray sei in Jacksons Schlafzimmer gegangen und habe gesehen, dass Jackson nicht geatmet habe, sagte der Anwalt Edward Chernoff. Murray habe dann sofort mit einer Herz-Lungen-Reanimation begonnen. Der Kardiologe hatte am Donnerstag vergeblich versucht, den zusammengebrochenen Jackson wiederzubeleben.

Wie Chernoff weiter sagte, hat Murray Jacksons Familie vorgeschlagen, eine Autopsie zu machen, um die Todesursache zu klären. Murray wurde inzwischen auch schon eingehend von der Polizei befragt. Dabei sei es darum gegangen, „einige Ungereimtheiten zu klären“, sagte eine Sprecherin des Arztes. Die Polizei gehe davon aus, „dass der Doktor in keiner Weise ein Verdächtiger ist und als Zeuge gilt“, sagte sie. Die Polizei bestätigte das Gespräch mit Murray und bezeichnete ihn als kooperativ.

Die Todesursache wird nach Angaben der Gerichtsmedizin erst nach Vorlage des toxikologischen Befunds feststehen, was aber bis zu sechs Wochen dauern kann. In Ermittlerkreisen hieß es, Jackson sei möglicherweise an einem Herzinfarkt gestorben. Fremdeinwirkung wurde ausgeschlossen.

Die Verleihung der Black Entertainment Television Awards ist indes am Sonntag zu einer einzigen Michael-Jackson-Show in Erinnerung an den am Donnerstag gestorbenen „King of Pop“ geworden. Seine Schwester Janet Jackson trat dabei erstmals öffentlich auf. „Für euch ist Michael eine Ikone“, sagte sie, den Tränen nahe. „Für uns ist Michael ein Teil der Familie und wird für immer in unseren Herzen leben.“ Im Namen der Familie wolle sie allen für die Unterstützung in den vergangenen Tagen danken.

Nach Janet Jacksons Auftritt präsentierten Ne-Yo und Moderator Jamie Foxx eine stimmungsvolle Version des Jackson-5-Klassikers „I'll Be There“, wobei im Hintergrund Fotos von Jackson zu sehen waren. Die jährliche Show, bei der eigentlich die besten Musiker, Schauspieler und Sportler geehrt werden, wurde aus Anlass des Todes von Jackson kurzfristig umgestaltet. Die Vergabe der Preise, bei denen Beyonce und T.I. mit jeweils fünf Nominierungen führten, wurde zur Nebensache. „Wir haben es total umgearbeitet“, sagte die Vorsitzende Debra L. Lee. „Glücklicherweise hatten wir genug Zeit dafür.“

Jeder Künstler, der die Bühne betrat, versäumte es nicht, an Jackson zu erinnern. Für viele war er ein Vorbild. Die Beiträge reichten von einem Jackson-5-Medley von New Edition bis zu einem Monolog von Jamie Foxx in roter Lederjacke und weißen Handschuhen. Jacksons Vater Joe Jackson sagte, er wünschte, sein Sohn könne hier sein, um sich selbst zu feiern. „Traurigerweise ist er nicht hier, darum bin ich hier, um ihn zu feiern.“

Die Nachricht von Jacksons Tod hatte dazu geführt, dass die Gästeliste für die BET Awards immer länger wurde, dass sich die Zahl der Anfragen von Medienvertretern verdoppelte. „Kein Grund traurig zu sein. Wir wollen diesen schwarzen Mann feiern“, sagte Foxx, der auf die Bühne kam und die Choreographie von Jacksons legendärem Video „Beat It“ zeigte. Foxx versuchte sich auch in Jacksons „Moonwalk“. Der war zwar nicht perfekt, weckte aber im Publikum die richtigen Erinnerungen an Jackson.

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