Bei Ebay gibt es seit zwei Jahren die Rubrik „Künstler-Selbstvermarktung“
Lichtecht, wischfest und staubresistent

Vom Internet-Trödel zur Kunstplattform: Bei Ebay kann man Kunst und Kultur erwerben. Selbst Ideen werden versteigert.

Ob Tintenpatrone, Konzertticket oder Gebrauchtwagen – bei Internet-Auktionen lässt sich praktisch alles ersteigern. Selbst Fliesenleger und Unternehmensberater bieten mittlerweile ihre Dienste via Ebay an. Und auch für Künstler entwickelt sich das Auktionshaus zur Kunst- und Kulturplattform. Der Gedanke liegt nah: In vielen Branchen verlieren die klassischen Versorgungskanäle ihren Alleinvertretungsanspruch. Wenn es aber Champagner bei Aldi gibt und Musik im „ iTunes“-Store von Apple – warum sollte sich dann bildende Kunst auf Galerien beschränken?

Bei Ebay gibt es seit zwei Jahren die Rubrik „Künstler-Selbstvermarktung“. Hier finden sich an einem typischen Auktionstag mittlerweile allein beim deutschen Ableger mehr als 2 500 Angebote – vorwiegend Gemälde nahezu aller Stilrichtungen.

Doch wie gut ist das, was angeboten wird? In der Qualität liegt der größte Unterschied zum traditionellen Kunstbetrieb. Denn während in Galerien Kuratoren über das Niveau wachen, darf bei Ebay jeder ein Werk oder Machwerk anbieten, der die Einstellgebühr zahlt. So entsteht ein Angebot, das eher dem in Kaufhauskunstabteilungen gleicht, sich also mit Landschaftsklischees und Stillleben unverhohlen am Massengeschmack ausrichtet.

Nicht nur gegenständliche Motive werden verlangt. Auch Abstraktes findet seine Käufer, vor allem wenn es in den Grenzen des Dekorativen bleibt. Anders als im etablierten Kunsthandel muss sich dieser praktische Gebrauchswert nicht hinter elaborierten Werkbeschreibungen verstecken. Als „lichtecht, wischfest und staubresistent“ preisen Anbieter ihre Werke. Auf Abbildungen sieht man sie praktischerweise gleich über dem Sofa hängen.

Entsprechend konsumentenfreundlich sind die Preise. Die meisten Objekte gehen für weniger als 100 Euro weg. Wer an Wertanlagen interessiert ist oder eine Kunstsammlung aufbauen will, dürfte hier selten fündig werden. Aber wenn es um einen farblich und stilistisch passenden Wandschmuck geht, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis kaum zu schlagen.

Bekannte Galerien bieten ihre Werke nur selten bei Online-Versteigerungen an. Zu groß ist die Angst, an der Selbstabschaffung mitzuwirken oder den guten Ruf zu verlieren. Doch es gibt Ausnahmen. „Manche Galerien nutzen Auktionen als Marketing-Tool“, kommentiert Daphne Rauch, Sprecherin von Ebay Deutschland. Hohe Startbeträge sorgen dann dafür, dass nicht der Eindruck eines Ausverkaufs entsteht.

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