Benefiz
Glamour für den guten Zweck

Mit 13,7 Millionen Dollar übertrifft die Benefizauktion „Artists for Haiti“ alle Erwartungen. Hollywoodstars, Promis und Sammler zeigten sich spendabel für die von Ben Stiller, David Zwirner und Christie’s aufgezogene Auktion.
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New YorkAuf Benefizauktionen geht es stets etwas anders zu als in regulären Versteigerungen. Die Stimmung ist locker, jeder leicht beschwipst. „Dürfen wir Ihnen nachschenken?“ und  “Haben Sie denn gar keinen Drink?“ umschmeichelte die Auktionatorin in der Versteigerung „Artists for Haiti“ am 22. September geschickt zögerliche Bieter. Christie’s Auktion war eine Idee des schon lange für das verarmte Land aktiven Hollywood-Schauspielers und Produzenten Ben Stiller. Der New Yorker Powergalerist David Zwirner half ihm bei den ersten Schritten in der Kunstszene und brachte 26 der angesagtesten Künstler dazu, neue Werke für den guten Zweck zu stiften.

Ohne Aufgeld

Zwirner konnte auch kurzfristig die rangelnde Szene vereinigen: konkurrierende Galeristen schickten ihre Sammler zur Auktion und die New Yorker Armory Show alarmierte ihre gesamte Kundenkartei. „Jeder gewinnt“, resümierte Galerist Leon Benrimon aus Chelsea. Wie wahr. Käufer sparten Christie’s Aufgeld ein und können auch noch einen Teil des Kaufpreises von der Steuer absetzen. Dazu bekamen sie Glamour und unterhaltsame Einlagen von einem Hollywood-Aufgebot in der ersten Reihe des vollgepackten Saals geboten. Stillers Freunde griffen ihm aber auch kräftig unter die Arme. Schauspieler und Regisseur Justin Theroux, der neben seiner neuen Flamme Jennifer Aniston saß, gab den neuen Rekordpreis von 450.000 Dollar (netto) für Glenn Ligons „Stranger #44“ aus, Tennisass und Galerist John McEnroe kaufte Elizabeth Peytons kleines Porträt des Rappers Jay-Z für 85.000 Dollar netto und Ben Stiller setzte selbst mutig hohe 140.000 Dollar netto für  „Birthday Cake Painting #2“ des Szenelieblings Nate Lowman ein.

Aber auch die Kunstprofis waren da: Privathändler Guy Bennett zahlte für Raymond Pettibons über drei Meter lange brechende blaue Welle „No Title (But the sand...)“ den Rekord von 820.000 Dollar netto und der einflussreiche Berater Philippe Ségalot kaufte Urs Fischers Großporträt der Schauspielerin Tippi Hedren hinter riesigen Regentropfen „Tomorrow“ zu 920.000 Dollar. Der 40-jährige, sehr gefragte Algerier Adel Abdessemed konstruiert Weltkarten aus Blech. Eine davon, „Mappemonde – olive“ kam auf einen Weltrekordpreis mit 350.000 Dollar. Raymond Pettibons große Welle, eine Mischtechnik auf Papier, erzielte den zweitbesten Auktionspreis für diesen Künstler mit 760.000 Dollar.

Neo Rauch kostete 900.000 Dollar

Die Schwergewichte der europäischen Malerei wurden dagegen über die Telefone verteilt: der große „Chor“ des in Hollywood sehr beliebten deutschen Malers Neo Rauch fuhr 900.000 Dollar netto ein, Luc Tuymans „Deal –No Deal“ erzielte 1,15 Millionen Dollar und Marlene Dumas war mit einem schönen Jugendporträt ihrer Mutter bei 2 Millionen erfolgreich. Diese drei Künstler werden von David Zwirner vertreten.

Nach einer Stunde waren 13,7 Millionen Dollar zusammengekommen, weit mehr als erwartet. Der gesamte Ertrag wird von einer eigens gegründeten Stiftung „Artists for Haiti“ verteilt werden. Sie identifizierte bisher sieben nichtstaatliche Organisationen als Empfänger. 

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