Berlin Art Week
Fast alle in einem Boot

Nach dem Ende des Art Forums Berlin gibt es ab 11. September einen Neustart in Berlin. Gemeinsam wollen die Preview-Messe und die art berlin contemporary  Sammler nach Berlin locken. Zahlreiche Institutionen runden das Programm ab.
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BerlinDie Berliner Kunstszene unternimmt einen neuen Anlauf im Herbst. Die Berlin Art Week lockt vom 11. bis 16. September in die Hauptstadt. Und diesmal ist der Senat mit im Boot. Nachdem die Politik sich bei der zeitgenössischen Kunst die letzten zwei Jahrzehnte auf die Selbstorganisation der Kunstszene durch den Markt verlassen hatte, stand sie letztes Jahr vor einem Scherbenhaufen: Die (landeseigene) Messegesellschaft hatte die renommierte, aber defizitäre, Kunstmesse Art Forum Berlin sterben lassen, nachdem Fusionsgespräche mit der von Galerien organisierten art berlin contemporary (abc) gescheitert waren. Hinter der als Gegenmesse gestarteten Veranstaltung mit in diesem Jahr 129 Ausstellern (66 aus Deutschland) stehen unter anderem die federführenden Galeristen des Gallery Weekend. Diese Gruppe ist mit dafür verantwortlich, dass Berlin seit den 1990er Jahren zu einem der bedeutendsten Orte für künstlerische Avantgarde geworden ist. Doch die Kunstwelt hat sich seitdem verändert, und abc allein hatte sich im letzten Jahr nicht als zugkräftig genug erwiesen, um internationale Sammler an die Spree zu locken. Und die anderen einheimischen Galerien, die mit dem art forum ihren wichtigsten Marktplatz verloren hatten, waren erst recht unglücklich.

Neuer Anlauf

Allen voran der Galerist Kristian Jarmuschek, der mit der Preview Berlin den etabliertesten Satelliten zur Muttermesse organisiert, der in diesem Jahr nicht nur einen sondern gleich zwei Hangars im ehemaligen Flughafen Tempelhof bespielt. Ende letzten Jahres habe er daher begonnen, Gespräche mit allen Seiten zu führen, erzählt er. Er sah die Politik in der Verantwortung, da sie mit der Messe ihr wichtigstes Förderinstrument aus der Hand gegeben habe. Und auch die abc-Macher waren kooperationsbereit.

Mit EU-Förderung

Plötzlich saßen fast alle an einem Tisch, die noch kurz zuvor jeweils ihr eigenes Süppchen gekocht hatten. Heraus kam Ende Mai die Berlin Art Week, die unter dem Dach der landeseigenen Kulturprojekte Berlin GmbH eine Vielzahl von Projekten bündelt. Dazu zählen nicht nur die beiden privatwirtschaftliehen Kunstmessen abc und Preview, sondern auch Ausstellungen und Veranstaltungen in Museen, Kunstvereinen und anderen Institutionen. Das Budget der Gesellschaft ist vergleichsweise bescheiden: 250.000 Euro stehen für Marketing, Sammlerbetreuung etc. zur Verfügung; sie kommen zu gleichen Teilen vom Senat und der EU über ihren Regionalfond EFRE.

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Üppiger Programmreigen

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