Berlin
Neues DDR-Museum kommt gut an

Das neue „DDR-Museum der Alltagskultur“ in Berlin- Mitte stößt offenbar auf reges Interesse. Bis zum Samstagnachmittag hätten am ersten Besuchertag schon rund 300 Interessierte die Ausstellungsräume neben der Ruine des Palastes der Republik besucht, sagte Museums-Sprecher Andrej Götze.

HB BERLIN. „Unsere Erwartungen an das Projekt haben sich bestätigt“, fügte er hinzu. Besonders groß sei das Interesse an der noch gefüllten Schulmappe aus DDR-Zeiten gewesen. Auch die nachgestellte Abhöranlage der Staatssicherheit (Stasi) werde genutzt.

„Hier gibt es viele kleine Dinge zu entdecken, die sowohl für Besucher aus dem Osten wie aus dem Westen Deutschlands interessant sind“, sagte Götze. Im Fernseher eines komplett eingerichteten Wohnzimmers liefen unter anderem Berichte der DDR-Nachrichtensendung „Aktuelle Kamera“.

Die Ausstellung will alle wichtigen Themen des DDR-Alltags vom Kindergarten über Familie und Freizeit bis zu den Grenzanlagen und der Bespitzelung durch die Stasi erfassen. Auf rund 400 Quadratmetern werden auch der Filmvorführapparat Walter Ulbrichts aus dem Staatsratsgebäude, ein Trabant, FDJ-Hemden und Jeans gezeigt.

Zur offiziellen Eröffnung des Museums am Freitagabend hatte es kritische Stimmen zu der Ausstellung gegeben. Sie vertiefe die angeführten Themen nicht genügend, sagte der Berliner Kultursenator Thomas Flierl (Linkspartei). Die kulturellen Milieus Ostdeutschlands würden nicht differenziert, Widersprüche im Alltag kaum aufgezeigt. Zugleich nannte er die Eröffnung aber bemerkenswert.

Auch Detlef W. Stein von der Vereinigung der Opferverbände erklärte, die DDR-Geschichte werde zu oberflächlich behandelt, die Repression sei unterrepräsentiert. Allerdings sei das Museum als „schneller Durchlauf für uneingeweihte Touristen“ durchaus geeignet.

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