Berlinale-Eröffnung
Der Spatz von Paris in Berlin

Da war Musik drin: Mit viel Blitzlichtgewitter und Ovationen für die Leinwand-Edith-Piaf hat am Donnerstagabend die 57. Berlinale begonnen. Als Eröffnungsfilm lief in einer Weltpremiere Olivier Dahans Wettbewerbsbeitrag „La Vie en Rose“. Die Hommage an die französische Chansonsängerin rührte viele im Publikum zu Tränen.

HB BERLIN. Am Ende der Gala im Berlinale-Palast erhoben sich die Zuschauer, um Piaf-Darstellerin Marion Cotillard und ihren Kollegen zu applaudieren. Bis zum 18. Februar zeigen die Internationalen Filmfestspiele Berlin rund 400 Filme aus aller Welt. Im offiziellen Wettbewerb konkurrieren 22 Regiearbeiten um den Goldenen und die Silbernen Bären. Am Freitag steht Steven Soderberghs Film „The Good German“ mit Cate Blanchett und George Clooney auf dem Programm.

„La Vie en Rose“ schildert in 140 Minuten schonungslos und emotional den Lebensweg der Sängerin (1915-1963), die in ärmlichsten Verhältnissen aufwuchs und es bis auf die Konzertbühnen der Welt brachte. Am Ende singt die Leinwand-Piaf natürlich - unvermeidlich, aber herzergreifend - „Non, je ne regrette rien“.

Berlinale-Chef Dieter Kosslick hatte nach Meinung vieler Gäste bei dem Auftaktprogramm ein gutes Händchen bewiesen. „Das ist ein guter Eröffnungsfilm gewesen“, urteilte Regisseur Detlev Buck. „Ich fand die Hauptdarstellerin absolut beeindruckend“, sagte Schauspielerin Barbara Rudnik. „Da gab es wirklich schon sehr viel schlechtere Filme bei der Berlinale“. Nach Auffassung von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) war es „ein ganz starker Film“. Er selbst habe zwar nicht zum Taschentuch gegriffen. „Aber ich habe gesehen, dass es viele getan haben.“ Es gab auch kritische Stimmen. Regisseur Andreas Dresen („Sommer vorm Balkon“) war über den Piaf-Film „sehr enttäuscht“. Schauspieler Axel Prahl („Halbe Treppe“) zeigte sich zwar von der Hauptdarstellerin begeistert, meinte aber, der Film sei zu lang gewesen.

Neben Jury-Mitliedern wie Mario Adorf und Willem Dafoe kam auch der 84-jährige US-Regisseur Arthur Penn („Bonnie und Clyde“), der mit dem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk geehrt wird, zur Eröffnung. Unter den Gästen war viel deutsche Filmprominenz, darunter Franka Potente, Veronica Ferres, Hannelore Elsner, Iris Berben und Corinna Harfouch. Als hiesige Wettbewerbsfilme sind „Yella“ und „Die Fälscher“ im Rennen, außerdem sind einige deutsche Schauspieler in internationalen Produktionen zu sehen.

Am Freitag entführt der Thriller „The Good German“ ins Nachkriegs-Berlin. Während dazu Blanchett und Soderbergh erwartet werden, hat Clooney wegen Dreharbeiten abgesagt. Im offiziellen Wettbewerb stehen außerdem Filme aus Südkorea und Brasilien auf dem Programm: Cao Hamburger mit „Das Jahr als meine Eltern im Urlaub waren“ und „I Am A Cyborg But That's Ok“ von Park Chan-wook. Als Berlinale-Spezial wird am Abend in einer Weltpremiere die restaurierte Fassung von Rainer Werner Fassbinders „Berlin Alexanderplatz“ präsentiert.

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