Berlinale-Film „Monuments Men“: Der Zweite Weltkrieg ist kein Casino

Berlinale-Film „Monuments Men“
Der Zweite Weltkrieg ist kein Casino

Die Jagd nach von Nazis geraubter Kunst: Der Stoff klingt nach einer Mischung aus „Inglorious Basterds“ und dem Gurlitt-Fall. Doch George Clooneys „Monuments Men“ ist weder Blockbuster noch Zeitzeugnis oder Kunstwerk.
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DüsseldorfNicht nur als Schauspieler überzeugt George Clooney, auch als Regisseur feiert der Hollywood-Star mittlerweile regelmäßig Erfolge. Für seine neueste Arbeit hat er sich keinen leichten Stoff ausgesucht: Mit seinen „Monuments Men“ begibt er sich im zweiten Weltkrieg auf die Jagd nach NS-Raubkunst. Begleitet wird er gleich von einem ganzen Star-Ensemble. Durch den Fall Cornelius Gurlitt erfährt der Berlinale-Film eine ungeahnte Aktualität.

1943: Der zweite Weltkrieg tobt, ein Ende ist trotz des Kriegseintritts der USA noch nicht abzusehen. Doch der globale Kampf hat eine Dimension, die bis heute nur wenig beachtet wurde. Abseits der Gefechte reißen sich die Nazis alles an Kunstgegenständen unter den Nagel, was sie erwischen können.

Hitler träumt von einem riesigen Führer-Museum, in dem wirklich alle großen Werke versammelt sind. Doch nicht alles soll nach Berlin gebracht werden: Sogenannte „entartete Kunst“, die der Ideologie der Nazis zuwider läuft, soll noch an Ort und Stelle vernichtet werden. So will Hitler nicht nur das Leben seiner Gegner auslöschen, sondern auch noch ihre Kultur.

Das ist der Stoff für Clooneys Film: Der 52-Jährige übernahm neben der Regie auch die Hauptrolle des Kunsthistorikers Frank Stokes. Zusammen mit anderen Rettern möchte der sich von Präsident Roosevelt hinter die feindlichen Linien bringen lassen, um den Nazis die erbeutete Kunst wieder abzujagen – und sie den wahren Besitzern zurückzugeben. Denn was von Menschen bleibt, ist ihre Geschichte und ihre Kultur. Wird das alles zerstört, ist es, als wenn es sie nie gegeben hätte.

Das ist die Botschaft von „Monuments Men“ – für die Rettung der Kultur lohnt es sich zu sterben. Dumm nur, dass bereits alle fähigen Männer an der Front in Europa sind. Was Stokes bleibt, sind etwas in die Jahre gekommene Herren, die die Musterung nicht mehr so ganz meistern würden. Zu der bunten Truppe gehören unter anderem der Architekt Richard Campbell (Bill Murray) und Museumsleiter James Granger (Matt Damon).

Die Schauspieler John Goodman, Jean Dujardin, Hugh Bonneville und Cate Blanchett als Dame der Runde komplettieren den Cast, der mit seiner Dichte an Superstars sogar an „Oceans Eleven“ heranreicht.

Nach einem Army-Crashkurs – militärische Grundausbildung ist die Quälerei der Herrenbande schwerlich zu nennen – geht es ab nach Europa. Statt ihre Zeit in Museen zu verbringen, finden sich die „Monuments Men“ plötzlich im bis dato mörderischsten Krieg aller Zeiten wieder.

Die Crew teilt sich auf, der Film folgt einem Duo nach Deutschland, ein anderes hat in Paris zu tun, und auch in Brügge muss eine Madonnenstatue von Michelangelo gerettet werden.

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  • Lieber 1933,
    und weil das so war, dürfen Sie heute unbehelligt solche peinlichen Äußerungen öffentlich von sich geben.
    Sein sie dankbar.

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