Berlinale
Junge Talente knüpfen jenseits des roten Teppichs ihre Kontakte

Junge Berlinale-Talente tragen keine Glitzerkleidchen und sie schreiten auch nicht über einen roten Teppich. Sie treffen sich in Jeans, Pullis und Turnschuhen, ein wenig abseits der Festspiele. Und doch können unter diesen Jungfilmern aus mehr als 100 Ländern zukünftige Stars sein, die später einmal den Sprung in die schillernde Welt des offiziellen Festivals schaffen.

HB BERLIN. Junge Berlinale-Talente tragen keine Glitzerkleidchen und sie schreiten auch nicht über einen roten Teppich. Sie treffen sich in Jeans, Pullis und Turnschuhen, ein wenig abseits der Festspiele. Und doch können unter diesen Jungfilmern aus mehr als 100 Ländern zukünftige Stars sein, die später einmal den Sprung in die schillernde Welt des offiziellen Festivals schaffen.

Es herrscht eine frische Atmosphäre auf dem Talent Campus, etwas Warmes und Freudig-Erwartungsvolles. Es ist eine Stimmung, die in der Hektik der großen Berlinale oder beim Star-Schaulaufen vor den großen Kinos schon einmal verloren gehen kann. Doch junge Talente müssen sich erst beweisen. Auf dem Campus präsentieren drei Auserwählte dem Publikum Kurzfilme über Berlin, kleine Liebeserklärungen oder auch freche Abrechnungen mit der Stadt. Die Uraufführung ist noch ein Geheimtipp unter Cineasten, im 55. Jahr der Berlinale gibt sie erst zum zweiten Mal.

Ein wenig schüchtern und verlegen tritt der Finne Samuli Valkama auf die Bühne des Talent Campus. Der 30-Jährige ist es noch nicht gewohnt, dass ihm nach seinem Berlinfilm "Alright Love" langer Beifall aus einem vollen Kinosaal entgegenschallt. Valkama blinzelt in die Scheinwerfer und berichtet kurz, dass er seinen österreichischen Produzenten per E-mail kennen gelernt hat. Der Produzent Roman Sorger, mit einem jungenhaften Grinsen auf den Lippen, studiert noch an der Wiener Filmakademie.

Netzwerke bilden gehört zum Talent Campus

Noch wissen die beiden nicht, dass sie mit ihrem heiteren Film über eine Begegnung im U-Bahnhof Alexanderplatz am Mittwoch abend den "Berlin Today Award" erhalten werden - einen Preis, der die Türen für andere Filmfestivals öffnet. Dem jungen Team gelingt der Kunstgriff, eine klassische Junge-trifft-Mädchen-Geschichte ohne Worte zu erzählen. Den Ton und das Tempo gibt die Großstadt vor. "Berlin ist immer wach und so voller Kontraste", schwärmt Valkama. Dieses Berlin-Gefühl wolle er zeigen.

Über den Preis haben unter anderem Hannes Stöhr und Andres Veiel entschieden, bekannte Gesichter der großen Berlinale. Stöhrs Film "One Day in Europe" läuft dieses Jahr im Wettbewerb, Veiel begeisterte das Publikum 2004 mit "Die Spielwütigen", einem Dokumentarfilm über Berliner Schauspielschüler.

Die beiden Regisseure werden in diesem Jahr andere, vielversprechende Talente bei neuen Berlin-Filmen unterstützen. Netzwerke zu bilden gehört zum Talent Campus dazu. "Es ist schön, Erfahrung weiterzugeben und dabei auch etwas Neues zu erfahren", sagt Veiel. Für die Finanzierung des Filmer-Nachwuchses sorgen Sponsoren - mit mehr als 50 000 ? pro Kurzfilm.

Den zweiten Berlin-Kurzfilm haben in diesem Jahr ein junger Pole und eine Kanadierin zusammen gedreht. Es ist eine ironische Abrechnung mit dem Ordnungs- und Regelwahn der Deutschen aus Sicht eines polnischen Unternehmers. Den dritten Film erdachte eine Rumänin. Sie sieht Berlin allein aus der Sicht von Migranten - und hält der deutschen Hauptstadt damit einen ungewohnten Spiegel vor. (Internet: www.berlintoday.de)

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