Berlinale lud "Fateless" nachträglich ein
Kertész-Verfilmung wird nun doch gezeigt

Der Film "Fateless" von Lájos Koltai feiert nun doch auf der Berlinale seine internationale Premiere. Die Verfilmung des "Romans eines Schicksallosen" von Nobelpreisträger Imre Kertész wurde kurzfristig in das Programm des offiziellen Wettbewerbs genommen, wie die Filmfestspiele mitteilten. Dafür ist der Film "Heights" von Chris Terrio mit Glenn Close und Isabella Rossellini, der außer Konkurrenz laufen sollte, nicht mehr im Programm.

HB BERLIN. Der "Roman eines Schicksallosen" schildert den Holocaust aus der Sicht eines heranwachsenden Jungen. Kertész ist auch für das Drehbuch der ungarisch-deutsch-britischen Koproduktion verantwortlich. Es ist das Regiedebüt des renommierten Kameramannes Koltai (Oscar-Nominierung für "Malena"). Zu den Hauptdarstellern gehören Marcell Nagy, Aron Dimény und András M. Kecskés. Die Filmmusik hat Ennio Morricone komponiert.

Bei der Uraufführung am Dienstag in Budapest äußerte sich Kertész begeistert. "Es ist ein großer Film", sagte er nach der Premiere in seinem Heimatland, die stürmischen Applaus erntete. Ungarns Star-Regisseur Istvan Szabo ("Mephisto") sagte, er sei stolz, dass sein Freund und langjähriger Kameramann diesen Film gedreht habe. Der ungarische Filmkritiker András Rész urteilte, der Film habe zwar "schöne Augenblicke", doch sei insgesamt "das Wunder ausgeblieben".

Die Einladung des Films zum Berlinale-Wettbewerb habe erst nach dem offiziellen Programmschluss erfolgen können, betonte das Festival. "Glücklicherweise ist es uns gelungen, nun doch noch einen Programmplatz für den Film zu haben", sagte Festivalchef Dieter Kosslick. Die Vorführung am 15. Februar im Berlinale-Palast sei die internationale Premiere des Films.

Noch im Januar hatte Szabo die Entscheidung Koltais begrüßt, den Film nicht zur Berlinale zu schicken. Eine internationale Premiere in Cannes oder in Venedig sei "geeigneter". "Man darf diesem Film nicht durch eine einzige Projektion die Chance nehmen, auf anderen erstklassigen Festivals gezeigt zu werden", sagte Szabo. Speziell das Festival in Venedig bevorzuge den europäischen Film "von eher künstlerischem Charakter".

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