Berlinale
Wenn zwei sich streiten ...

Vom Kampf der Filmmessen hat die Berlinale am meisten profitiert – Verlierer sind die Mailänder.

HB BERLIN.Während George Clooney, Isabelle Huppert, Sigourney Weaver, Robert Altman oder Vin Diesel noch über den roten Teppich spazieren und die Filme im Wettbewerb der Berliner Filmfestspiele (9.-19.Februar) um den Goldenen Bären kämpfen, steht der strahlende Star und Sieger dieses Jahres eigentlich schon längst fest.

Der Berliner European Film-Market, kurz EFM, ist größer, schöner und wichtiger als je zuvor. Als attraktiver Marktplatz für Anbieter und Käufer anspruchsvollerer Filme und Programme war er zwar schon zuvor einer der gesündesten Bereiche der Berlinale. Doch seit letztem Jahr ist eine neue Ära für den Filmbasar angebrochen. Der simple Grund dafür ist die neu entstandene Leere auf den ersten Monatsblättern des Jahres. Wo vor zwei Jahren noch der American Film-Market (AFM) das Frühjahr machtvoll beherrschte und der EFM ein eher anspruchsvolles Nischendasein führte, steht Berlin seit letztem Jahr nun auf einmal alleine da als wichtiger Marktplatz im ersten Quartal. Diese „historische Chance“, wie Festivalchef Dieter Kosslick die Situation nennt, hat der European Film-Market letztlich dem Streit zwischen dem American Film-Market und der Mailänder Filmmesse MIFED zu verdanken.

Selbst- und sendungsbewusst verlegten die Amerikaner ihren Termin vom Februar in den November und gingen damit auf frontalen Kollisionskurs mit der MIFED im Oktober. Verlierer waren die Mailänder, deren Messe in ihrer ursprünglichen Form eingestellt wurde, Gewinner ist die Berlinale, die vom Handelsvakuum profitiert, das die Amerikaner vielleicht etwas naiv hinterlassen haben.

Schon im letzten Jahr ist der European Film-Market gegenüber 2004 um knappe 40 Prozent gewachsen, und in diesem Jahr wurde Platz geschaffen für weitere Rekordzahlen. Für mehr Filme, mehr Besucher und vor allem für mehr Firmen – 254 im Gegensatz zu 165 im letzten Jahr – konnte mit dem renommierten Martin-Gropius-Bau am Anhalter Bahnhof, also in Fußnähe des Potsdamer Platzes, eine würdige Heimat gefunden werden.

Damit bietet sich dem Markt hier doppelt so viel Fläche wie bisher im Debis-Gebäude und, was wahrscheinlich genauso wichtig ist, ein aufregendes und elegantes Ambiente. Seit seiner Restaurierung in den 70er-Jahren gehört das auffällige Neo-Renaissance-Gebäude zu den schönsten Ausstellungsgebäuden in Deutschland.

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