Berliner Galerien: Wo Sammler gern einkaufen gehen

Berliner Galerien
Wo Sammler gern einkaufen gehen

Nach eher mageren Beiträgen zum Gallery Weekend im Mai punkten die Berliner Galerien jetzt mit Skulptur und Malerei in allen Spielarten. Welche Werke die Sammler locken.
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BERLIN. Den Berliner Galerien und Räumen für Kunst mangelt es nicht an Ideen. Zum Saisonauftakt präsentierten sich deutsche Prädikatsweingüter in 57 Galerien der Stadt. Es war mehr eine Anregung der Geschmacksknospen als des ästhetischen Feingefühls. Das zu fördern gelang indes den hier vorgestellten Herbstausstellungen.

Die Titel der mit dynamischen Farb-Schlaufen übersäten Gemälde von Sean Dawson in der Buchmann Galerie beziehen sich auf Musiktitel von Black-Metal-Bands, auf Horrorfilme und Kurzgeschichten. Doch was der britische Künstler in aufwendigem Arbeitsprozess von mannigfach verfremdeten Fotovorlagen in klassischer Öltechnik auf die Leinwand bannte, hat einen sehr eigenen, suggestiven Charakter. Rhythmisch belebte, in sich verschlungene Bildflanken setzen sich von dem undurchdringlich tiefen Bildgrund ab. Es sind Bilder, in denen das Chaos tänzerisch bewältigt und die Bewegung der Formen spielerisch gebändigt ist (bis 30.10.).

Die Checkpoint-Charlie-Galerien vermarkten sich gemeinsam

In der Assemblage um die Ecke bei Crone dominieren auch Gemälde von Pfahler bis Norbert Bisky. Drei Bilder des Berliner Kraftmalers, darunter der vom eigenen Pinselschwung auf einer Welle getragene "Colorist", der 22 700 Euro kosten soll (bis 30.9.).

Zu 44 Galerien um den Checkpoint Charlie mit gemeinsamem Internetauftritt (berlingallerydistrict.com) gehören neben Crone auch die Galerien in der Markgrafenstraße. Hier fällt ein tschechischer Maler auf, dem die Galerie Charim Ungar eine zweite Einzelschau widmet: Daniel Pitín beruft sich auf Filmbilder und Krimiserien, die er als "Archive der Vergangenheit" nutzt, um Szenen und Fragmente in eine magisch graue Bildwelt zu überführen, in der der Mensch als Staffage mit dem Raum verschmilzt (3 800 bis 12 800 Euro).

Nebenan bei Carlier/Gebauer wirken die großen Arbeiten von Kirsi Mikkola (bis 28 000 Euro) wie chaotische Malereien. Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass der finnische Künstler sie aus collagierten Papierstreifen auf bemaltem Papier komponiert. Die Riesencollagen sind geprägt von formsprengendem Horror Vacui. Doch die kleineren Werke haben selbst bei dichter Komposition eine ruhigere Ausstrahlung (bis 23.10.).

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