Bezahl-TV Lettra
Spartensender rund ums Buch startet

Ein „Lotse auf dem Büchermarkt“ will der neue Spartensender Lettra sein. Das Pay-TV-Programm rund ums Lesen geht am Samstag auf Sendung. Zu den Moderatoren zählen unter anderem Bärbel Schäfer und ihr Mann Michel Friedman. Bei dem Bezahl-Sender soll es gleichwertig um anspruchsvolle Literatur, aber auch um romantische Schmonzetten und Sachbücher gehen.

HB HAMBURG/BERLIN. Lettra geht am Samstagabend um 19 Uhr an den Start. Gesendet wird rund um die Uhr. Anfangs sind aber nur fünf eigenproduzierte Sendestunden pro Tag geplant, sagt Geschäftsführer Jan Henne De Dijn (39). Die 20-köpfige Redaktion sitzt in Berlin.

Der Deutsch-Belgier Henne De Dijn, bis vor fünf Jahren ein Geschäftsführer bei Home Shopping Europe in Brüssel und danach unter anderem am Aufbau der Hamburg Media School beteiligt, stellt klar: „Wir bezeichnen uns nicht als Literatursender, sondern als TV- Programm rund um Bücher und allgemein das Lesen. Wir sehen uns nicht als elitär.“

Bei Lettra soll es gleichwertig um anspruchsvolle Literatur, aber auch um romantische Schmonzetten, Wirtschaftssachbücher oder Märchen-Fibeln für Dreijährige gehen.Der Name des Senders ist ein Kunstwort und erinnert sowohl an das lateinische Wort für Buchstabe (littera) als auch das daraus abgeleitete englische Wort für Brief (letter).

In rund 40 Sendeformaten will Lettra Service bieten, Verleger oder Neuerscheinungen vorstellen, Autoren begleiten, aber auch Kritiker- Runden, Literaturverfilmungen oder Cartoons zeigen. Die Macher sehen sich als Ergänzung zu der in den vergangenen Jahren gewachsenen „Event-Kultur“ rund ums Buch, die sich in Poetry-Slams, Hörbuch- Nächten oder Massen-Lesungen äußere, sagt Henne De Dijn.

Als Moderatoren hat Lettra unter anderem das Prominenten-Ehepaar Bärbel Schäfer (43) und Michel Friedman (51) gewonnen, die jedoch zwei verschiedene Sendungen präsentieren. Schäfer fährt in die Schreibstuben des Landes und führt „Autorengespräche“ - zu den ersten Schriftstellern, die sie zu Hause besucht, gehören die Bestseller- Autorinnen Andrea Maria Schenkel („Tannöd“) und Ildikó von Kürthy („Mondscheintarif“). Publizist Friedman wird ab Dezember eine wöchentliche Gesprächssendung über Buchthemen präsentieren, zu deren Details der Sender noch schweigt.

Vorgesehen sind zudem täglich um 23.15 Uhr 15-minütige Nachrichten, die über Neuerscheinungen, Events oder die Feuilleton- Debatten des Tages informieren. Jeden Werktag um 19.15 Uhr gibt es außerdem eine zweistündige Livesendung rund um neue Bücher, in der zum Beispiel auch Literatur-Blogger vorgestellt werden.

Lettra ist reines Abonnementen-Fernsehen. Der Kanal kann nur empfangen werden über Satellit im Pay-TV-Angebot von Premiere Star, über Kabel auf verschiedenen Bezahlplattformen, beispielsweise von Unity Media, oder über das Internet im IP-TV bei Hansenet oder Arcor.

Henne De Dijn und sein Mitgeschäftsführer Carsten Meincke (44) rechnen bis zum Jahresende mit etwa 500 000 Abonnenten, die den Sendern im Bouquet mit anderen Kanälen auf den verschiedenen Plattformen empfangen können. Das Potenzial für ihr Nischenprogramm sehen sie jedoch bei deutschlandweit zehn Mill. Menschen - so viele Leute gebe es nämlich, die sehr häufig Buch und TV parallel nutzen, ist man sich bei Lettra sicher.

Lettra hat nach eigenen Angaben zunächst Geld für drei Jahre. Von diesen gut drei Mill. Euro stammen etwa zwei Mill. aus öffentlichen Zuschüssen, vor allem aus Berlin und Brandenburg, von deren Medienanstalt Lettra auch die Lizenz erhielt. Langfristig will sich Lettra durch Abonnenten finanzieren - Werbung ist jedoch nicht ausgeschlossen.

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