Biennale des Antiquaires: Luxus und Eleganz kaufen

Biennale des Antiquaires
Luxus und Eleganz kaufen

Die verkleinerte Biennale lockt Kenner und Neureiche aus aller Welt. Das Niveau des Angebots an vielen Ständen ist jedoch weit unter dem üblichen Level. Umso eher ragen einige Messeteilnehmer heraus, die sich ein Luxuskonzept zurechtgelegt haben.
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PARIS. Ob es eine Geschmacksveränderung ist, eine Neo-Pop-Tendenz oder doch nur die rosarote Brille zur Aufhellung der krisenbedrückten Laune bleibt offen: In jedem Fall sieht man auf der 25. Pariser Biennale für Antiquitäten und Juwelen (bis 22.9.) die Welt in Rosarot. Einladungskarten für die VIP-Vernissage, Katalog, Web-Site, sogar die Vernissage-Kekse und Häppchen sowie die Rosen-Arrangements sind in Pink-Rosatönen gehalten.

Krisenbedingt wurde die Dauer der „Biennale des Antiquaires“ von elf Tagen im Jahr 2008 auf acht reduziert. Nur mehr an drei Abenden ist sie bis 23 Uhr zugänglich, sonst schließt die Antiquitätenmesse bereits um 20 Uhr. Auch die Ausstellerzahl hat abgenommen: Von 94 im Jahr 2008 verbleiben 87 Galerien. Dabei ist die Auslandsbeteiligung mit nur 24 Galeristen viel zu gering. Aber die Organisatoren des Antiquitätenverbandes folgen der offiziellen französischen Xenophobie und privilegieren die Franzosen. Zum Galadinner, wo man die besten Kunden sieht, die herausragende Stücke erwerben, sind nur französische Journalisten geladen.

Angeblich sah man mehrere bedeutende chinesische Käufer, die bei dem China-Spezialisten Christian Deydier, Paris, hochkarätige Ankäufe tätigten. Auch einige Russen, so hört man, sowie zahlreiche US-Sammler und -Kuratoren seien gekommen. Das Niveau des Angebots an vielen Ständen ist aber weit unter dem üblichen Level. Umso eher ragen einige Messeteilnehmer heraus, die sich ein Luxuskonzept zurechtgelegt haben.

Andere mieten sich bei Pariser Kollegen ein. Neuse, Bremen, zeigt bei Aveline-Jean-Marie Rossi einen Hochzeitspokal aus vergoldetem Silber und Bergkristall, für den er stolze 3 Mio. Euro erwartet. Die Brüder Kugel ließen vom Bühnenbildner Pier Luigi Pizzi eine stupende Kuppel à la Pantheon in den Hof ihres Stadtpalais bauen, wo sie Kunstgegenstände der Renaissance präsentieren.

Die Kraemers inszenieren das Oval Office

Vergleichbaren Aufwand treiben auf der Antiquitäten-Biennale nur die Pariser Antiquitätenhändler Kraemer. Denn sie inszenieren ihre Objekte aus dem 18. Jahrhundert im rekonstruierten „Oval Office“ des US-Präsidenten. Ein Musikmöbel von David Roentgen befindet sich ebenso in diesem Ambiente aus Macht und Stilbewusstsein wie eine dem Ebenisten Jacques Pierre Latz zugeschriebene Standuhr.

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