Biennale Venedig - "Collaterali"
Die Lagunenstadt im Kunstrausch

Auch die Nebenschauplätze der Biennale von Venedig lohnen es, entdeckt zu werden. Ein Rundgang durch ausgewählte Ausstellungen diesseits und jenseits des Canale Grande.
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Venedig„Collaterali“ nennt die Biennale ihre Ausstellungen außerhalb der traditionsreichen „Giardini“ mit den Länder-Pavillons und dem weitläufigen Arsenale-Gelände. Im Museum Correr, dem Städtischen Museum am Markusplatz, stellt die amerikanische Konzeptkünstlerin Jenny Holzer ihre „War Paintings“ aus, umringt von der alten venezianischen Malerei. Die Kriegsbilder beruhen auf Dokumenten der U.S.-Regierung über Krieg und Terror nach dem 11.September 2001 und militärischen Operationen in Afghanistan und Irak. Holzers Umwandlung der Dokumente zu handgemalten Ölgemälden machen sie empfindlicher.

Auf einem heruntergekommenen Fabrikareal nicht weit vom alten venezianischen Ghetto fanden 49 Künstler aus dem Iran ein Ausstellungsgelände. In der Eröffnungswoche wurde hier bis zuletzt heftig aufgebaut. Titel „The Great Game“. Die neuen Medien Video, Fotografie und Installation, aber auch Malerei und Skulptur hatten ihre endgültigen Plätze noch nicht gefunden.

Nur zwei Prozent haben Mut

Wer heute an der Biennale in Venedig teilnimmt, erhofft sich Prestigegewinn. Der Irak fand in Philippe van Cauteren, Direktor vom Museum für aktuelle Kunst SMAK in Gent, einen erfahrenen Mentor, der in der Ca’ Dandolo, unweit vom Canale Grande eine Ausstellungsetage fand. Hier wird mit eindringlichen Interviews und Fotosequenzen Aufklärungsarbeit geleistet. „Was ich suchte, waren die zwei Prozent unter den Künstlern, die den Mut haben, Stellung zu beziehen“, erinnert sich van Cauteren.

„Künstler sehen die Welt mit anderen Augen“, hatte Biennale-Chef Okwui Enwezor im Vorfeld seiner Biennale erklärt. Im Palazzo Fortuny zeigen der belgische Galerist Jan Vervoort und Daniela Ferretti als Direktorin des venezianischen Palazzo schon seit Jahren mit ihren zeitlosen philosophischen Ausstellungen, wie recht er hat. „Proportio“ heißt diesmal ihr Thema, das die „Omnipräsenz der Proportionen in Kunst, Wissenschaft, Musik und Architektur untersucht“. Eine anspruchsvolle Recherche mit Auftragswerken etwa von Künstlern wie Marina Abramovic, Anish Kapoor, Antony Gormley und Anselm Kiefer oder Schlüsselwerken von Agnes Martin und Marisa Merz. Die Hauptrolle aber spielt wie eh und je der alte Palazzo des Künstlers, Designers und Erfinders Mariano Fortuny, der hier bis zu seinem Tod 1949 lebte.

Eine neue Art von Geographie

Auf der anderen Seite des Canale Grande, im Universitätsviertel um S. Barnaba, liegt der Palazetto Tito, der zur Fondazione Bevilacqua La Masa gehört. Hier entdeckten die venezianischen Studenten den Maler Peter Doig in seiner ersten Einzelausstellung in Italien. Sie stellten dem Künstler Fragen und Doig gefiel das offensichtlich.

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Die Lagunenstadt im Kunstrausch

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Peter Doig beim Frühstück

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