Biennale von Venedig
Bad in der Bilderwelt

Der Deutsche Pavillon hat sich mit vier künstlerischen Positionen sehr viel vorgenommen. Hito Steyerls Film stellt alle in den Schatten. Ihr Beitrag hat das Zeug, zum Biennale-Liebling zu werden.
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VenedigDie Biennale von Venedig ist die wichtigste Ausstellung zeitgenössischer Kunst weltweit (9.5.-22.11.). In den Giardini bespielen 29 Nationen Länderpavillons. Der Deutsche Pavillon hat in diesem Jahr in mehrfacher Hinsicht Besonderes zu bieten. Erstmals wurde mit Florian Ebner ein Fotohistoriker berufen. Ebner ist Leiter der Fotografischen Sammlung im Museum Folkwang in Essen. Von Haus aus medialen Bildern zugetan, fragt der Kurator: „Was ist die heutige Bildkultur?“.
Antworten sollen vier künstlerische Positionen von fünf Künstlern liefern. Auf verschiedene Arten kreisen sie um die Themen Fabrik, Wirtschaft und Ausgrenzung. Erstmals wird der Deutsche Pavillon, dessen Nazi-Architektur so machen Künstler herausfordert, vertikal bespielt.

Auf dem Dach siedelt der Konzeptkünstler Olaf Nicolai seine Arbeit an, unbetretbar allerdings für das Publikum. Um die fliegenden Bumerangs von „Giro“ zu sehen, sollte man sich am besten in der Nähe des Britischen Pavillons einen Standort suchen. Nicolai unterstützt die Schattenwirtschaft Venedigs, indem die eigens gefertigten Bumerangs nur an fliegende Händler gehen.

Bei Tobias Zielony geht es eher um die Ausgrenzung aus Arbeit und Wirtschaftskreislauf. Direkt unter dem Dach zeigt der Fotograf Zielony in dem neuen lichten Raum Bilder von Flüchtlingen in Deutschland - würdevolle Subjekte sind sie auf den Fotos und in Zeitungsartikeln, nicht aber nach dem deutschen Gesetz, das ihnen Arbeit und Bewegungsfreiheit verweigert.
Direkt darunter befindet sich das tageslichtlose Reich von Hito Steyerl und dem Künstlerpaar Jasmina Metwaly und Philip Rizk. Die in Kairo lebenden Filmer Metwaly und Risk spielen mit ägyptischen Arbeitern die Abwicklung ihrer Fabrik nach. Ein Projekt über soziale Teilhabe, dessen Ästhetik bei der Vorbesichtigung kaum Journalisten zum Verweilen halten konnte.

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