Bilanz 2010: Christie's bestes Ergebnis seit 245 Jahren

Bilanz 2010
Christie's bestes Ergebnis seit 245 Jahren

Christie's meldete gestern das beste Auktionsjahr seiner 245-jährigen Firmengeschichte und die Rückkehr des Kunstmarkts zu strotzender Gesundheit.

LondonUnd das mit einem Jahresumsatz aus Auktionseinnahmen und privaten Direktverkäufen von insgesamt 3,3 Milliarden Pfund.

Christie's meldete gestern das beste Auktionsjahr seiner 245-jährigen Firmengeschichte und die Rückkehr des Kunstmarkts zu strotzender Gesundheit - mit einem Jahresumsatz aus Auktionseinnahmen und privaten Direktverkäufen von insgesamt 3,3 Milliarden Pfund. Diese Zahl ist interpretationsbedürftig: Das Londoner Auktionshaus rechnet in Pfund ab, das stark an Wert verloren hat. In Dollar berechnet liegt der Jahresumsatz bei 5 Milliarden Dollar, deutlich unter den 6,3 Milliarden Dollar 2007, dem besten Kunstmarktjahr der Auktionsgeschichte.

"Aber der Markt ist nachhaltiger und gesünder. Er ist tiefer und breiter, auch in den mittleren und niedrigeren Preissegmenten", erklärte Christie's Europapräsident Jussi Pylkkänen dem Handelsblatt. Global sei Christie's Kundenbasis um 23 Prozent gewachsen, in den USA und im UK sogar um 40 Prozent, und 19 Prozent der neuen Kunden seien auch neue Käufer. "Der Markt wächst sehr schnell in Bezug auf die Beteiligung", so Pylkännen. Ein solches Wachstum stabilisiere die Preise, da Preissteigerungen in schrumpfenden Märkten schwer zu erzielen seien. "Besonders Europäer und Amerikaner verstehen, dass es Sinn macht, in Zeiten finanzieller Ungewissheit Kunst zu kaufen. Sie wissen, dass ein Monet immer ein Monet bleibt."

28 Prozent der Christie's-Klienten bieten online, das Volumen der Onlinezuschläge stieg um 69 Prozent auf 112 Millionen Dollar. Der Erfolg zeigt sich am besten in Christie's Londoner Zweigstelle South Kensington. Hier wurde mit weniger Auktionen als im Vorjahr ein Rekordergebnis von 101 Millionen Pfund oder 161 Millionen Dollar erzielt.

Global steht das Hochpreissegment Moderne und Impressionisten mit einem Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar wieder klar vor der Contemporary Art mit 934,1 Millionen Dollar. Mit beeindruckender Stärke steht der Asienmarkt wieder an dritter Stelle. Christie's setzte hier 882,9 Millionen Dollar um.

Die starke Markterholung und die guten Wachstumsaussichten dürften auch den Marktwert des Privatunternehmens steigern, über dessen Verkauf spekuliert wird. Offen hatte der Emir von Katar Interesse bekundet. Katarer investieren in den Londoner Luxusmarkt, unter anderem mit der Übernahme des Kaufhauses Harrods für 1,5 Milliarden Pfund (2,2 Milliarden Dollar).

Matthias Thibaut ist Korrespondent in London.
Matthias Thibaut
Handelsblatt / Korrespondent
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