Bilanz der Auktionshäuser: Paris bleibt attraktive Drehscheibe

Bilanz der Auktionshäuser
Paris bleibt attraktive Drehscheibe

Der Kunstmarkt in Frankreich boomt ohne Ende. Alle Pariser Auktionshäuser setzten im Jahr 2011 Kunst und Oldtimer für über eine Milliarde Euro ab. Eine Bilanz.
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ParisWie schon einmal im Jahr 2009 kam der Pariser Auktionsmarkt auch im Kalenderjahr 2011 wieder knapp über die Grenze von einer Milliarde Euro Umsatz. Sechs Auktionshäuser plus 74 Versteigerer, die sich in der Aktiengesellschaft Hôtel Drouot zusammengeschlossen haben, setzten gemeinsam 1.040.000.000 Euro um.

Die Auktionatoren im Hôtel Drouot - das seinen Namen einem feinen Pariser Stadtpalais verdankt - erzielten gemeinsam den stattlichen Umsatz von 459 Millionen Euro. Weitere 23 Millionen Euro addieren sich zu diesem Drouot-Umsatz, verbucht von drei unabhängigen Auktionshäusern, die nur die Säle im Hôtel Drouot anmieten: Pierre Bergé & Associés (PBA) setzten im Drouot Kunst für 12,6 Millionen Euro um; Artcurial-Briest-F. Tajan versteigerten dort für 3,2 Millionen Euro und Tajan, das Auktionshaus von Rodica Seward, für 7,2 Millionen Euro. Der Gesamtumsatz im Hôtel Drouot belief sich dementsprechend auf 482 Millionen Euro.

Der alljährliche Wettstreit um den zweiten Platz auf der Liste der Umsatzzahlen fand auch 2011 zwischen Christie's und Sotheby's statt. Christie's erklärt sich mit einem Umsatz von 199 Millionen Euro zum „Leader des französischen Marktes“. François Pinaults Haus organisierte jedoch 40 Auktionen im letzten Jahr, wogegen sein Hauptkonkurrent Sotheby's seinen Auktionsumsatz von 190 Millionen Euro mit nur 27 Versteigerungen erzielte.

Sotheby's Frankreich-Generaldirektor Guillaume Cerutti, der zugleich Europa-Vizepräsident ist, legt diskret den Finger auf die seit dem 1. September 2011 gesetzlich autorisierten Privatverkäufe für Versteigerer, die er mit zirka 15 Millionen Euro ansetzt. Allerdings ohne die „vertrauliche“ Kommission des Auktionshauses. Der frühere hohe Beamte Cerutti verfügt über die nötige Terminologie und ein Beziehungsnetz, das Sotheby's bereits mehrere private Transaktionen mit staatlichen Museen ermöglichte.

Kürzlich gab das angelsächsische Haus die Vermittlung von Teilen eines Silberservices von George III., König von England und Kurfürst von Hannover, an den Louvre bekannt. Dem Vernehmen nach soll der Kaufpreis mehrere Millionen Euro betragen haben.

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Vielfältige Auktionslandschaft ohne Marktführer

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